Tim und Struppi feiern Geburtstag mit DVD-Box

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Deutsche Presse-Agentur

„Tim und Struppi“ sind kostbar: Vor knapp einem Jahr wurde ein Originalbild des belgischen Comic-Zeichners Hergé in Paris für den Rekordpreis von 764 200 Euro versteigert.

Bei der Gouache (Gemälde aus Tinte und Wasserfarben) aus dem Jahre 1932 handelte es sich um das Titelbild des Bandes „Die Abenteuer von Tim und Struppi in Amerika“ („Tintin en Amérique“).

Wesentlich günstiger gibt es jetzt als Sonderedition eine DVD-Box (21 Abenteuer auf acht DVDs) mit den kongenialen Zeichentrickverfilmungen der Abenteuer von „Tim und Struppi“ zum achtzigjährigen Jubiläum der Erstveröffentlichung der Comics.

Als der belgische Comic-Künstler Hergé im März 1983 starb, glaubte selbst seine Witwe Fanny an das Ende des außergewöhnlichen Erfolgs von „Tim und Struppi“. Doch sie irrte: Die Abenteuer des mutigen Reporter-Detektivs und seines schneeweißen Hundes finden immer neue Fans. Gut drei Millionen Bände gehen jedes Jahr über die Ladentheke, übersetzt in 70 Sprachen. Hergés klarer Malstil - die „Ligne clair“ - hat Maßstäbe gesetzt für Generationen von Comic-Zeichnern.

Ob jung oder alt: Comic-Fans in aller Welt lieben den immerjungen Tim mit der kecken Haartolle - „Tintin“ im französischen Original -, seinen neunmalklugen Foxterrier Struppi („Milou“), die legendären Schimpftiraden von Kapitän Haddock („Hunderttausend Höllenhunde!“), den zerstreuten Professor Bienlein oder die tollpatschigen Polizisten Schulze und Schultze.

Die blonde Stirnlocke keck nach oben gestrichen, den schneeweißen Foxterrier immer bei Fuß, so machte sich vor 80 Jahren ein mutiger belgischer Reporter auf ins erste Abenteuer. Am 10. Januar 1929 tauchte „Tintin“ erstmals im „Kleinen Zwanzigsten“ auf, der Jugendbeilage der Brüsseler Zeitung „Le Vingtième Siècle“ (Das 20. Jahrhundert). Seine ersten Abenteuer führten Tim ins „Land der Sowjets“ und in die damalige belgische Kolonie Kongo. Beide Bildgeschichten starrten dem damaligen Zeitgeist entsprechend derart vor antikommunistischen und rassistischen Vorurteilen, dass Hergé sie später als „Jugendsünden“ verwarf und zum Teil überarbeitete. Doch umso ausgeprägter wurde später Hergés Besessenheit für Wahrhaftigkeit und genaue Recherche.

So wie der mutige Reporter selbst seine Abenteuer auf fast allen Kontinenten bestand, verbreiteten sich auch die bunten Berichte darüber in alle Welt. Aus Tintin wurde nicht nur Tim, sondern auch Tan Tan, Tenten oder Kuifje. Milou ist nicht nur Struppi, sondern auch Snowy, Terry und Bobbie. Der cholerische Kapitän Haddock (englisch für Schellfisch), Tims väterlicher Freund, hat jedoch seinen Namen fast überall behalten. Womöglich haben seine unglaublichen Schimpfwörter die Übersetzer schon genug beschäftigt. „Gurke“ (cornichon) geht ja noch - aber „Abart eines Logarithmus“? Da müssen sich auch die Dolmetscher etwas einfallen lassen.

Tintin, der Gangstern hinterherjagt und für das Gute kämpft, ist hoch intelligent, sprachgewandt, technisch begabt, mutig und trickreich - fast ein James Bond. Aber er hat keine Freundin, keine Familie, keine eigene Wohnung. Niemand weiß, ob Tintin der Vor- oder Nachname ist. Und er sieht so aus, dass auch sein Alter nicht erkennbar wird. Punkt, Punkt, Komma, Strich - so simpel hat Hergé seinen Helden gezeichnet und doch unverwechselbar gemacht.

www.universum-film.de

www.myspace.com/timundstruppidvd

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