Tiefschnee-Abenteuer bleibt gefährlich - Lawinengefahr

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Deutsche Presse-Agentur

Tiefschnee-Abenteuer abseits von gesicherten Pisten bleiben auch am Wochenende (27. Februar bis 2. März) gefährlich. Der Lawinenwarndienst Bayern rechnete nach einer kurzzeitigen Entspannung der Lage von Samstag an wieder mit einem Anstieg der Gefahr.

Grund sei die Erwärmung, erläuterte Georg Kronthaler vom Lawinenwarndienst. Damit steige auch die Gefahr der Selbstauslösung sogar ohne Skifahrer. Tauwetter und Regen sorgten unterdessen vor allem in Franken für steigende Wasserstände, wie das Landesamt für Umwelt (LfU) mitteilte. Es komme teilweise zur Überflutung landwirtschaftlicher Flächen. Da es weiter taut und regnet, werde auch für das Wochenende Hochwasser erwartet.

Im Flachland sollen laut Wetterdienst Meteomedia die Temperaturen auf bis zu zehn Grad steigen, aber auch in den Bergen herrschen Plusgrade. Damit setzt sich der Schnee, die Dichte nimmt zu - und der Schnee rutscht leichter ab. Größere Nassschneelawinen entwickeln laut Kronthaler einen Anpressdruck von bis zu 60 Tonnen pro Quadratmeter. Insgesamt sterben die Hälfte der Lawinenopfer in Bayern laut Lawinenwarndienst durch Verletzungen - durch den Druck der Lawine oder durch Kollisionen mit Bäumen.

Das Landesamt für Umwelt rief Tourengeher und Variantenfahrer dazu auf, den täglichen Lawinenlagebericht im Internet zu beachten. Gerade bei Ausweichrouten unterhalb der Waldgrenze sollten Skifahrer aber an die Wildtiere denken. „Im tief verschneiten Gelände ist die Futtersuche mühsam, seltene und geschützte Tierarten wie Auer- und Birkhuhn sind jetzt besonders störungsempfindlich“, mahnte LfU-Präsident Albert Göttle laut Mitteilung. „Tourengänger und Schneeschuhgeher sollten deshalb unberührtes Gelände im Wald meiden.“ Göttle verwies auf das Projekt „Skibergsteigen umweltfreundlich“ in Zusammenarbeit mit Umweltministerium und dem Deutschen Alpenverein, das entsprechende Routenempfehlungen biete.

Weitere Infos: www.lawinenwarndienst-bayern.de

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