The National feiern „Boxer“-Jubiläum

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The National
Einsamkeit und Entfremdung: Mit seinem tiefen Bariton hat Matt Berninger die richtige Stimme für die Melancholie. (Foto: Jose Sena Goulao/LUSA/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Father John Misty, Arcade Fire oder die Gorillaz hatten das Nachsehen: Der Grammy für das „Beste Alternative Album“ ging in diesem Jahr an die US-Band The National, die für „Sleep Well Beast“ geehrt wurde.

„Ich hätte nicht gedacht, dass wir dafür ausgezeichnet werden“, sagte Multiinstrumentalist Aaron Dessner der Musik-Website „Pitchfork“ über das siebte Album der Band, das diesmal etwas experimenteller ausgefallen war. „Aber vielleicht sind wir auch für unsere Arbeit der letzten Jahre ausgezeichnet worden und haben dafür die Anerkennung erhalten.“

Einen Grammy hätte sicherlich auch das Album „Boxer“ (2007) verdient gehabt. Zum 10-jährigen Erscheinen des Meisterwerks hat die Band im letzten Jahr in Brüssel eine Jubiläums-Show gegeben, das Ergebnis gibt es jetzt als „Boxer (Live in Brussels)“ digital und auf CD.

Mit ihren ersten drei Alben liefen sich The National warm, mit „Boxer“ gelang dem 1999 gegründeten US-Quintett schließlich der Sprung aus der Geheimtipp-Nische in die Charts. Heute sind The National sicherlich eine der wenigen Indie-Acts, die sich einer ganz großen Breitenwirkung erfreuen.

The National machen große Gefühle hör- und spürbar und bewegen sich dabei mit einer erstaunlichen Eleganz zwischen transparenten - fast stillen - und überbordend instrumentierten Momenten. So schön kann Schwermut sein.

Und die Erkenntnis aus den Büsseler Aufnahmen? „Boxer“ ist in der letzten Dekade nicht einen Tag gealtert. Und wahrscheinlich hätten sich The National auch nie träumen lassen, dass man bei ihren Songs einmal so frenetisch mitklatschen würde. Und der Mehrwert? Wer Matt Berninger einmal richtig schreien hören will („Squalor Victoria“) kommt an dem Jubiläumskonzert nicht vorbei.

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