Team Liquid Co-Chef: „Wir sollten einfach wir sein“

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Team Liquid
Steve Arhancet (37) ist einer der Besitzer und Co-CEO von Team Liquid. (Foto: Colin Young-Wolff/Riot Games / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Interview: Darius Matuschak und Alexander Hugo

Team Liquid gehört zu den weltweit bekanntesten E-Sport-Organisationen. Das Unternehmen hat Teams unter anderem in Counter-Strike: Global Offenisve (CS:GO), Dota 2 oder League of Legends (LoL).

Beim LoL Mid-Season Invitational (MSI) schaffte es der amtierende Nordamerika-Meister gerade so in die K.o.-Phase. Steve Arhancet (37) ist einer der Besitzer und Co-CEO von Team Liquid. Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur am Rande des MSI in Hanoi zeigte er sich nicht ganz zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft.

Frage: Was möchten Sie den Fans von Team Liquid mit auf den Weg geben, die von Zuhause beim MSI mitfiebern?

Antwort: Wir sind stark in das Turnier gestartet, hatten zwei deutliche Siege. Danach sind wir uns nicht ganz treu gewesen. Wir haben in den darauffolgenden Spielen versucht, unseren Spielstil an den der erfolgreichsten Teams im Turnier anzupassen. Damit sind wir ins Wanken geraten.

Daraufhin haben wir uns gefragt: Was hat uns so weit gebracht? Für mich war das unsere eigene Spielweise. Wir haben dann eingesehen, dass wir einfach wieder wie gewohnt spielen sollten. Und wenn es nicht funktioniert? Scheiß' drauf. Dann ist das so. Wir sollten nicht versuchen im Wettbewerb etwas umzusetzen, was wir vorher nicht trainiert haben. Wir sollten einfach wir sein.

Frage: Wir sehen immer mehr Teams, die lokale Präsenzen eröffnen, oder wie in Philadelphia sogar Arenen für 3000 Zuschauer bauen. Was ist Ihre Meinung zu der aktuellen Bewegung, E-Sport immer weiter zu lokalisieren?

Antwort: In erster Linie wird es für E-Sport-Fans immer wichtig sein, das Geschehen digital zu verfolgen. Wie dieses Erlebnis letztendlich aussehen wird, wissen wir noch nicht.

Aktuell ist es Twitch, mit Chats, in denen sich die Zuschauer austauschen können. Das war seiner Zeit innovativ und fortschrittlich, aber eben vor acht Jahren. Die Frage ist: Was ist der nächste Entwicklungsschritt dieses digitalen Erlebnisses?

Es besteht aber auch die Möglichkeit, reale Events mit Festivalcharakter zu veranstalten. Das funktioniert dann auch gut in bestimmten lokalen Märkten.

Ich denke, es ist nicht gut für ein Team zu sagen: Wir sind nur dieser einen Stadt zugehörig. Aber für breiter aufgestellte Organisationen besteht die Möglichkeit, die Position in bestimmten Märkten auch auf einem lokalen Level zu stärken, etwa durch Turniere oder Arenen. Auch wir wollen das in Märkten tun, in denen wir uns wohlfühlen.

Frage: Viele Teams produzieren ihren eigenen Content oder verbreiten Memes über Soziale Medien. Werden sich E-Sport-Organisationen künftig noch mehr mit diesem Entertainment-Aspekt beschäftigen?

Antwort: Absolut. Unser Ziel ist es, der Community etwas zurückzugeben. Ich bin als Gamer aufgewachsen. Und beim Aufwachsen merkt man, dass man in dieser Nischen-Gemeinschaft steckt. Wenn man jemand anderes aus dem Bereich trifft, hat man sofort ein Gesprächsthema! Und das ist etwas sehr reizvolles.

Das sind unsere Wurzeln. Deswegen haben wir damals die Team-Liquid-Foren gegründet. Wir feiern diese Liebe zu Videospielen und decken damit einen Bedarf bei Gamern. Viel von dem, was wir tun, konzentriert sich auf diesen Bereich. Und da wird Ende des Jahres auch noch einiges von uns kommen, was das Ganze noch auf ein neues Level heben wird.

Interview von The Shotcaller

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