Tauziehen um Rettungsplan von GM und Chrysler

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Deutsche Presse-Agentur

In einem Wettlauf mit der Zeit haben die angeschlagenen US-Autobauer General Motors und Chrysler an detaillierten Rettungsplänen für ihre Unternehmen gearbeitet. Von den Plänen hängen etwaige weitere staatliche Milliardenspritzen ab.

Nach Angaben des „Wall Street Journals“ haben die Unternehmen bis 17.00 Uhr Ortszeit (23.00 Uhr MESZ) am Dienstag Zeit, ihre Vorlagen beim Finanzministerium in Washington einzureichen. Mit ihren Plänen sollen sie beweisen, dass sie die ihnen bereits gewährten Kredithilfen auf Kosten der Steuerzahler für die Einleitung einer umfassenden Neustrukturierung genutzt haben und langfristig ihre Lebensfähigkeit sicherstellen können. Die US-Regierung will sich damit auch davon überzeugen, dass die staatlichen Hilfen zurückgezahlt werden können.

Die Opel-Mutter GM hat bereits 9,4 Milliarden Dollar erhalten. Vier weitere Milliarden wurden für den Fall zugesagt, dass GM das Finanzministerium mit seinem am Dienstag erwarteten Plan überzeugt. Wie die „Washington Post“ unter Berufung auf nicht näher bezeichnete informierte Kreise berichtete, könnte General Motors aber angesichts weiter gesunkener Umsätze zum Überleben auf eine Spritze in Höhe von insgesamt 18 Milliarden Dollar angewiesen sein. Neben Gesprächen mit Gläubigern liefen vor Ablauf der Frist Verhandlungen mit der Gewerkschaft UAW weiter auf Hochtouren.

Im Mittelpunkt standen nach Medienberichten dabei bis zum nächsten Jahr fällige Milliardenzahlungen des Unternehmens in einen Fonds zur Gesundheitsvorsorge von Ruheständlern. Demnach will GM erreichen, dass die UAW bis zu 50 Prozent der Gelder in Form von Aktien akzeptiert.

Chrysler hat bereits vier Milliarden Dollar an Krediten erhalten und will nach Angaben des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden James Press weitere drei Milliarden Dollar.

Der „New York Times“ zufolge wird es wahrscheinlich mindestens eine Woche bis zehn Tage lang dauern, bis ein von Präsident Barack Obama am Montag neu eingesetztes Gremium zum Umbau der Autoindustrie die Pläne geprüft hat. Das Blatt berief sich dabei auf einen Regierungsbeamten.

Zu GM hieß es, erwartet werde auf etwa 900 Seiten der umfassendste Umstrukturierungsplan in der 100-jährigen Geschichte des Unternehmens. Das Spektrum reiche von weiteren Entlassungen über Schließungen von Fabriken bis hin zur Reduzierung der Produktionslinien von bisher acht auf vier: Chevrolet, Cadillac, GMC und Buick.

Das Weiße Haus machte unterdessen klar, dass die Möglichkeit kontrollierter Insolvenzverfahren weiterhin nicht vom Tisch ist. „Wir müssen sicherstellen, dass die Autos von morgen hier von Amerikanern gebaut werden, für Amerikaner“, sagte Sprecher Robert Gibbs.

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