Tauziehen um den Hambacher Forst: Die Akteure

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Hambacher Forst
Konfrontation im Hambacher Forst. (Foto: DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Wohl noch nie ist eine Rodungssaison im Rheinischen Revier mit so großer Spannung erwartet worden: Der Energiekonzern RWE will im Herbst die umstrittene Abholzung im Hambacher Forst für den dortigen Tagebau fortsetzen. Klimaaktivisten haben Widerstand angekündigt. Die Akteure im Tauziehen um den Wald:

KOHLEKOMMISSION: Die Kommission soll im Herbst ein Konzept dazu vorlegen, wie die Wirtschaft in den Kohleregionen in Nordrhein-Westfalen und Ostdeutschland so umgebaut werden kann, dass der Kohleausstieg nicht zu Strukturbrüchen führt. Bis Ende des Jahres soll außerdem ein Plan für den Abschied von der Kohle inklusive eines Enddatums vorliegen. Die Kommission hat klargemacht, dass der Forst nicht in ihr Mandat fällt.

RWE: Der Energiekonzern hält die Rodungen für „zwingend erforderlich“. Eine vorübergehende Aussetzung der ab Oktober geplanten Abholzung würde die Stromerzeugung in den Kraftwerken in Frage stellen. Wegen des freiwilligen Verzichts auf Rodungen im vergangenen Jahr gebe es keinen zeitlichen Puffer mehr.

POLIZEI: Die Beamten schützen RWE-Mitarbeiter bei Arbeitseinsätzen im Wald mit einem massivem Aufgebot. Die Polizei rechnet im Fall der Abholzung mit einem wochen-, wenn nicht monatelangen Großeinsatz. Die Rodungssaison in NRW dauert vom 1. Oktober bis Ende Februar. Die Gewerkschaft der Polizei NRW befürchtet Gewalttaten wie bei den Atomprotesten in den siebziger und achtziger Jahren.

BUND:Der Bund für Umwelt und Naturschutz fordert einen Aufschub der Rodung bis zum Entschluss der Kohlekommission. Ansonsten erwägen die Naturschützer einen Ausstieg aus der Kommission. Parallel klagt der BUND gegen die anstehende Abholzung am Verwaltungsgericht Köln. Mit einem Eilverfahren in zweiter Instanz vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster will der NRW-Landesverband einen vorläufigen Rodungsstopp erreichen, bis das Verwaltungsgericht in der Hauptsache verhandelt.

HAMBI BLEIBT: Die Aktivisten-Initiative hat ein Camp auf einer privaten Wiese am Hambacher Forst und besetzt einen Teil des Waldes mit Baumhäusern in alten und damit sehr hohen Bäumen. Eine Räumung wäre mit hohem Aufwand verbunden. Vor der anstehenden Rodung haben die Aktivisten nach eigenen Angaben einen stetigen Zulauf.

BUIRER FÜR BUIR:Die braunkohlekritische Bürgerinitiative aus dem gleichnamigen Ort direkt am Tagebau Hambach setzt sich seit Jahren für eine friedliche Lösung in dem Konflikt ein und verhandelt dafür immer wieder mit RWE, Politik und Aktivisten.

AKTION UNTERHOLZ: Die junge Organisation hat nach den in dieser Woche unternommenen Wegräumaktionen von RWE den „Tag X“ ausgerufen. Sie will mit Aktionen des „zivilen Ungehorsams“ protestieren. Das könnten zum Beispiel Sitzblockaden vor den Bäumen und an Zufahrtsstraßen sein, sagte ein Sprecher.

IG BCE: Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie hat nach eigenen Angaben die „Schnauze voll von Gewalt“ im Hambacher Forst. Unter diesem Motto demonstriert sie seit Jahren gegen gewaltsame Auseinandersetzungen. Die Gewerkschafter unterscheiden dabei zwischen friedlichen und gewalttätigen Aktivisten und setzen sich in Diskussionen mit den Argumenten der Gegenseite auseinander.

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