Tatort: Herz aus Eis

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Deutsche Presse-Agentur

Ein Schüler treibt tot im überdachten Swimmingpool eines Internats. Die Halle ist von innen abgeschlossen gewesen, die Polizei hatte sie aufbrechen lassen müssen.

Der junge Mann, so ergibt die Obduktion, hatte vor seinem Tod Medikamente geschluckt. Alles also deutet für die Ermittler auf Selbstmord hin. Die Zuschauer wissen schon mehr: Der ARD-„Tatort“ an diesem Sonntag (20.15 Uhr) mit dem Titel „Herz aus Eis“ spielt am Bodensee und präsentiert dem Publikum sofort die Täter. Er bezieht seine Spannung aus den Ermittlungen der Kommissare Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel).

Dessen Zukunft bei der Polizei hängt am seidenen Faden. In einer Personalkonferenz muss ihn Klara verteidigen. Da kommt es gerade recht, dass Perlmann den entscheidenden Hinweis dafür liefert, dass zumindest ein Indiz auf Mord an dem Schüler deutet. In der Filteranlage des Pools war ein Knopf hängengeblieben. Ein Knopf, der typisch für Bettwäsche ist. Am Bett des Toten, Stefan Fürst-Bergedorff, Sohn eines Topmanagers und einer Schauspielerin, ist die Bettwäsche abgezogen worden. Ihr fehlt tatsächlich ein Knopf, wie die Kommissare feststellen. Ist das Opfer wie die Katze im Sack ertränkt worden?

Was der Zuschauer weiß: Stefan hat das Passwort seines Mitschülers Max (Florian Bartholomäi) geknackt und festgestellt, dass Max gemeinsam mit der Schulkameradin Viktoria (Nora von Waldstätten) in illegale Aktientransfers verwickelt ist. Dafür musste Stefan mit seinem Leben bezahlen. Ein Katz- und Mausspiel mit den verdächtigen Schülern beginnt. Trotz der zurückhaltenden Polizeitaktik bemerken diese schon bald, dass ihr perfekt angelegter Mord möglicherweise auffliegt. Auch ihr Finanzbetrug könnte herauskommen.

Da noch eine Mitschülerin, die russischstämmige Olga, von den dunklen Machenschaften Kenntnis hat, wird auch für sie die Luft dünner. Die eiskalte Viktoria und Max planen, sie zur Strecke zu bringen ...

Der „Tatort“ habe sich schon immer mit der gesellschaftlichen Realität auseinandergesetzt, sagt Drehbuchautorin Dorothée Schön. Und dazu gehörten auch die Eliten. „Angesichts der Finanzmarktkrise glaube ich, dass es eine Wertedebatte geben wird, die sich genau mit diesen Fragen beschäftigt: Welche Spielregeln gelten unter Jugendlichen, die in ihrem Leben noch nie etwas Materielles vermissen mussten? Wie sieht sie aus, die Wohlstandsverwahrlosung? Und was sagt das über den Zustand unserer Gesellschaft?“

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