SZ-Testessen Abschlussbericht - Guten Appetit: Je regionaler, desto besser schmeckt es

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Schwäbische Zeitung

Von unserer Redakteurin Ingeborg Wagner

Das beste Essen:

Das Testteam – DAK-Ernährungsberaterin Claudia Zahn und SZ-Redakteurin Ingeborg Wagner – ist sich einig: Am besten geschmeckt hat es im Droste-Hülshoff-Gymnasium in Meersburg. Die Gerichte sind nicht nur frisch zubereitet, sondern auch fein abgestimmt.

Die kürzesten Wege:

Klar – das Droste-Hülshoff-Gymnasium mit eigener Küche direkt neben dem Speisesaal liegt hier wieder vorn, aber diesmal Punktgleich mit dem Markdorfer Bildungszentrum. Auch das Team um Pächter Günter Schatz kocht in der Küche neben der Mensa.

Das beste Preis-Leistungsverhältnis:

Hier liegt die Meersburger Sommertalschule vorn, die das Essen von der gemeindeeigenen Spitalküche bekommt. 3,40 Euro sind zwar kein Pappenstiel, die Meersburger Schüler bekommen dafür aber jeden Tag Suppe, ein reichhaltiges Hauptgericht abwechselnd mit Gemüse oder Salat, einen Nachtisch und als Getränk Mineralwasser.

Das beste Kindermenü:

Absolut kindgerecht war das Testessen in der Markdorfer Gretserschule. Zu Minifrikadellen gab es witzige Spiralnudeln, als Krönung knallbuntes Gemüse. So was könnte man auch zum Kindergeburtstag kredenzen.

Die schönste Atmosphäre:

Die Mensa in der Grund- und Hauptschule in Wittenhofen ist nicht nur neu, sondern auch heimelig und gemütlich: Bilder an den Wänden, Adventsgestecke auf den Tischen, buntes Geschirr und farbige Tabletts sorgen dafür. Unerreicht ist der Blick auf Wiesen, Wälder und Felder.

Die professionellste Ausstattung:

Hier hat Salem die Nase vorn. Nicht nur die Mensa, sondern auch Küche und Essensausgabe im Bildungszentrum sind auf höchstem Niveau und auf neuestem Stand.

Das netteste Team:

Nett waren alle, vor allem zu den Schülern. Das ist das Wichtigste.

Die größte Überraschung:

Dass im Markdorfer Bildungszentrum jeden Tag ein frisches, feines Essen gekocht wird – und die Schüler statt dessen Pommes und Schnitzelwecken kaufen.

Was geht gar nicht?

Eis- und Süßigkeitenverkauf in den Schulkantinen. Der Hinweis , dass die Schüler dann zu Aldi oder Penny gehen, lässt die Ernährungsberaterin nicht gelten: „Die Hemmschwelle, das Schulgelände zu verlassen, um Süßes zu kaufen, ist viel größer.“ Gleiches gilt für Cola und Limonade. Ihr Tipp: „Gar nicht erst anbieten.“

Wo gibt’s Verbesserungsbedarf?

Beim Fisch:

Einmal die Woche Fisch, am besten Seefisch, sollte sein, da er besonders viel Jod liefert. Jodmangel zeigt sich unter anderem in Unkonzentriertheit, ständigem Frieren und Anfälligkeiten für Infekte.

Bei Obst und Gemüse:

„Das ganze Angebot nützt nichts, wenn die Schüler nicht zugreifen“, sagt Zahn. Deshalb schlägt sie vor, dass die Kinder und Jugendlichen mehr mitbestimmen dürfen sollten.

Bei Pommes, Pizza und Schnitzelwecken:

Gar nicht erst anbieten, rät die Ernährungsberaterin. Oder wenn, dann künftig teurer. „Dann werden die Schüler sich das eher überlegen“, sagt Claudia Zahn.

Bei den Eltern:

Oft wissen die gar nicht, was ihre Kinder in der Schule für ein Essensangebot haben. Unsere Empfehlung: Einfach mal mitgehen, mit den Verantwortlichen reden, das Essen auch probieren. Fast jede Schule hat die Speisepläne ins Netz gestellt, sodass man sich informieren kann.

Bei der Regionalität:

Eine ortsnahe Versorgung der Schulküchen steht für Claudia Zahn an erster Stelle. Prima funktioniert das beispielsweise in Markdorf und Meersburg, wo die jeweiligen Küchen der Altenpflegeheime für die Schulen mitkochen. Weniger gut findet sie Lösungen, wo das Essen aus Sigmaringen oder Konstanz an die Schulen gebracht wird. „Ich bin mir sicher, dass es regionale Anbieter gibt, die für das gleiche Geld mindestens ebensolche Qualität liefern.“

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