SZ-Serie, Teil 1: Bevölkerung – Die Alten kommen: „Neue Alte“ mischen schon in naher Zukunft kräftig mit

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Acht Millionen Menschen werden 2020 in den Ruhestand treten – sich aber beileibe nicht zur Ruhe setzen. Im Gegenteil: In seinem Buch „Die Altersrevolution – Wie wir in Zukunft alt werden“ beschreibt Böhme mit zwei Co-Autoren die Rentner von morgen als „ausgesprochen aktiv, selbstbestimmt und konsumorientiert“. Geld genug ist da – schließlich erwarten die „Neuen Alten“ Erbschaften in Höhe von rund einer Billion Euro. 87 Prozent von ihnen werden eine Rente beziehen, wobei bereits heute das durchschnittliche Einkommen eines Rentnerhaushalts (sofern beide Ehepartner berufstätig waren) mit durchschnittlich 2350 Euro über dem eines durchschnittlichen 45-jährigen Arbeiters liegt, der grade mal 1775 Euro verdient.

Die gern in Designerklamotten gewandeten Senioren von morgen zieht’s vom Land, wo sie ihr Eigenheim verkaufen, in die Städte – die darob 2020 eine Renaissance als Wohnorte erleben dürften. Die „Neuen Alten“ wollen was erleben und Kultur, Gastronomie, Busverbindungen, Fitness-Center und einen exzellenten Arzt am liebsten direkt vor ihrer Haustür haben. Sie werden sich Böhme zufolge häufig ehrenamtlich engagieren, wenn sie nicht grade einen Wellnessurlaub in der Toskana verbringen: Weil die Senioren der Zukunft es individuell und anspruchsvoll mögen, werden sich die heutigen Reisebusgesellschaften bald überlebt haben. Und schließlich werden diese Rentner zu einer nicht unerheblichen politischen Kraft, die bevorzugt grün, SPD oder links wählt und möglicherweise gar – wie in Israel schon geschehen und prompt ins Parlament eingezogen – eine eigene Rentnerpartei gründet.

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