Studie: Stadtkinder deutlich häufiger krank

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Deutsche Presse-Agentur

Stadtkinder sind deutlich häufiger chronisch krank als Kinder auf dem Land. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie, für die das Forsa-Institut 1008 Personen mit mindestens einem Kind im Alter bis sechs Jahren befragt hat.

28 Prozent der Mütter und Väter sagten, dass ihr Kind an einer chronischen Erkrankung leidet. Neurodermitis (14 Prozent) lag dabei deutlich vor Heuschnupfen (5 Prozent) und Asthma (3 Prozent). In kleinen Orten mit weniger als 5000 Einwohnern waren 83 Prozent der Kinder beschwerdefrei, in Großstädten mit mehr als 100 000 Einwohnern dagegen nur 65 Prozent.

Auch mit regelmäßigen akuten Beschwerden wie Erkrankungen der Atemwege, der Ohren oder der Haut haben Kinder in Großstädte öfter zu kämpfen als Kinder auf dem Land. So sind in Großstädten nur 32 Prozent der Kinder beschwerdefrei, auf dem Land dagegen 44 Prozent, ergab die Forsa-Studie, die von der Zeitschrift „Eltern“ und der DAK in Auftrag gegeben wurde.

Wird ihr Kind krank, gehen Eltern damit pragmatisch um. 60 Prozent der Mütter und Väter erklärten: „Mit vielen Wehwehchen und Krankheiten der Kinder werde ich selbst fertig“. Mütter sind dabei selbstbewusster als Väter. Während 49 Prozent der Väter lieber auf Nummer sicher gehen und einen Arzt oder andere Hilfe aufsuchen, betreuen zwei Drittel der Frauen (68 Prozent) Krankheiten zunächst in Eigenregie. Dabei kommen vor allem Kräuter und andere Inhalations-Mittel zum Einsatz, gefolgt von Wickel und Kompresse, Heilkost, Bädern und Heiltees.

Knapp die Hälfte der Befragten (45 Prozent) gab an, ihr Kind manchmal homöopathisch behandeln zu lassen, 34 Prozent verwenden die alternative Heilmethode nie. Insgesamt halten sich der Studie zufolge deutlich mehr Eltern an die Schulmedizin: 56 Prozent der Eltern haben sehr großes Vertrauen in die klassische Medizin und nur 24 Prozent in alternative Behandlungsmethoden.

Am meisten fürchten Eltern laut der Studie das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom AD(H)S. Auffallend sei dabei ein starkes Nord-Süd-Gefälle: Während mehr als die Hälfte der Befragten aus Süddeutschland Angst hat, bei ihrem Kind könnte AD(H)S diagnostiziert werden, sind es im Norden nur 32 Prozent. Eine Dramatisierung des Themas sei ebenso wenig angebracht, wie mangelnde Wachsamkeit, sagte DAK-Experte Horst Bölle. „Die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren, die medikamentös behandelt werden, sind in den letzten zwei Jahren allerdings um fast 22 Prozent gestiegen. Das sehen wir mit Sorge“, betonte Bölle.

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