Streckenrekord mit Ansage beim Halbmarathon

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Klaus Eichler

Das Bad Waldseer Lauffieber gehört seit Jahren zur Königsklasse der Laufsportveranstaltungen, das bewiesen die Organisatoren um Bernhard Schultes und seine 400 Helfer einmal mehr bei der 17. Auflage am vergangenen Samstag. Frühmorgens wurde bei strömendem Regen der Rathausplatz wieder in eine Laufarena verwandelt. „Was meine Helfer wieder geleistet haben ist unglaublich“, sagte Bernhard Schultes, „das sind die waren Helden“.

Das regnerische Wetter tat der Veranstaltung freilich keinen Abbruch, was 2200 Teilnehmer unterstreichen. Während die zahlreichen Zuschauer in der malerischen Altstadt und an der Strecke in Jacken gepackt waren, herrschten für die Teilnehmer nahezu optimales Laufwetter, mit kleinen Abstrichen beim Halbmarathon, wo die Läufer in der Riedlandschaft zwischen Bad Waldsee und Reute mit ordentlich Regen und Wind zu kämpfen hatten, der allerdings auch dazu beitrug, dass der Rettungsdienst einen ruhigen Nachmittag verbrachte.

Mit diesen Bedingungen kam Verena Cerna, die den Halbmarathon bei den Frauen schon 2016 gewann, am besten zurecht. Sie stellte in 1:22:56 Stunden einen neuen Streckenrekord auf und durfte sich dafür eine Zehntel-Unze Goldmünze abholen. Zweite wurde Verena Andelfinger (Team 12. April), der 2018 mit Sieg und Streckenrekord das gleiche Kunststück gelang. Dritte wurde die Italienerin Basilia Förster (gore wear xc-run). Bei den Männern siegte Lennart Obermeyer (LTC Wangen) vor Vereinskamerad Kilian Obermeyer. Dritter wurde Nico Russ (SV Birkenhard) Vom Regen verschont blieb der 10000-Meter-Lauf, den Fabian Löffler (TSG Ehingen LA) vor Rene Manthee (LG Telisfinanz Regensburg) und Karsten Schubert (TSG Söflingen) gewann. Bei den Frauen war Paulina Wolf (SSV Ulm 1846) die Schnellste, vor Stephanie Wunderle (SG Niederwangen) und der Vorjahressiegerin Eva-Marie Spielvogel (Laufsport Saukel).

Gänsehautfeeling

Bevor sich die 618 Halbmarathonläufer auf den Weg machten, herrschte erstmal Gänsehautfeeling in der Arena, was sich beim 10 000-Meter-Lauf wiederholen sollte. „Mir laufen jedes Mal kalte Schauer den Rücken runter“, sagte Bernhard Schultes, wenn kurz vor dem Start aus den Lautsprechern „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen dröhnt. Dazu steigen hunderte Luftballone in den Himmel. Verena Cerna, zurück nach Babypause, kündigte schon mal vor dem Start einen neuen Streckenrekord an und setzte dies auch in die Tat um. Sie unterbot den bisherigen Rekord, aufgestellt von Verena Andelfinger im vergangenen Jahr, um fast zwei Minuten. 1:22:56 Stunden benötigte Cerna für die 21,1 Kilometer. Nach etwas mehr als zwei Minuten, in 1:25:16 Stunden sah Verena Andelfinger den Zielstrich. Basilia Förster kam in 1:27:16 Stunden als Dritte ins Ziel. Der Sieg bei den Männern war nicht nur eine Sekundenentscheidung, sondern auch ein internes Vereinsduell zwischen Lennart und Kilian Obermeyer vom LTC Wangen. Lennart hatte die besseren Beine, querte den Zielstrich in 1:16:44 Stunden, Kilian benötigte 1:16:48 Stunden. Umgerechnet fehlten ihm gut 20 Meter. Den dritten Platz belegte Nico Russ in 1:18:07.

Start-Ziel-Sieg für Löffler

Dem 10 000-Meter-Lauf mit 358 Teilnehmern drückte vom Start weg Fabian Löffler seinen Stempel auf. Drei Runden lang konnte ihm Rene Manthee folgen, der Löffler ab der vierten Runde allerdings ziehen lassen musste. „Fabian war schnell und ich habe mich entschieden mitzugehen“, sagte Rene Manthee, „hinten raus war es aber einen Ticken zu schnell“. Am Ende stand ein Start-Ziel-Sieg von Löffler, der in 33:31 Minuten als erster durchs Ziel ging. Den sechs Jahre alten Streckenrekord von Daniel Hummel verfehlte er aber um etwas mehr als zwei Minuten. Hinter Manthee der in 33:56 als Zweiter ins Ziel kam, belegte Karsten Schubert in 34:34 Minuten den dritten Platz. „Bad Waldsee ist einer meiner Lieblingsläufe, tolles Flair, klasse Stimmung. Für mich waren es beste Bedingungen für einen guten Lauf“, sagte ein glücklicher Löffler.

Beim überlegenen Sieg von Paulina Wolf musste sogar Vater Ewald eine Träne wegdrücken. Doch zunächst beherrschte Stephanie Wunderle eine Runde lang das Frauenfeld. „Ich laufe gerne schnell an“, sagte sie, die in Runde zwei von Wolf kassiert wurde. „Paulina ist schneller geworden, ich langsamer“, sagte Wunderle. „Der Kopf will, aber die Beine nicht“. Gegen den Sieg von Wolf war am Ende kein Kraut gewachsen. „Die beiden vergangenen Jahre war ich sehr unkonstant, immer bergauf, bergab, das war extrem nervig. Jetzt habe ich wieder den Spaß am laufen gefunden“, sagte eine glückliche Wolf, die in 37:42 Minuten gewann. Gut zwei Minuten später kam Wunderle in 39:41 Minuten ins Ziel. Dritte wurde Eva-Marie Spielvogel in 41:11 Minuten: „Ich habe einen neuen Trainer, haben viel Ausdauertraining gemacht, aber noch leider nicht so schnelle Beine.“

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