Stichwort: Tibet - das „Dach der Welt“

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Deutsche Presse-Agentur

Tibet ist das größte Hochland der Erde und liegt nördlich des Himalaya. Das buddhistische Königreich entwickelte sich vom 15. Jahrhundert an zu einem Mönchsstaat mit dem Dalai Lama als Gottkönig und Lhasa als Hauptstadt.

Seit dem Ende der Qing-Dynastie 1911, als China in Chaos, Bürgerkrieg und Kriegswirren versank, war Tibet praktisch unabhängig. Nach dem Sieg der Kommunisten über die Nationalisten und der Gründung der Volksrepublik 1949 marschierte die chinesische Volksbefreiungsarmee 1950 in Tibet ein.

Seither wehrt sich das Volk der Tibeter gegen die Fremdherrschaft der Chinesen. Ihr Versprechen, das politische System sowie die religiöse und kulturelle Identität des Landes zu respektieren, hielten die neuen kommunistischen Führer nicht. Am 10. März 1959 brach in Lhasa ein Volksaufstand aus, der blutig niedergeschlagen wurde. Am 17. März 1959 flüchtete das geistliche und politische Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, mit seinen Gefolgsleuten ins indische Exil.

Die chinesischen Truppen zerstörten in der Folge zahlreiche buddhistische Klöster. Tausende Tibeter starben durch Folter, Haft und Hungersnöte. 1965 bildeten die Chinesen die Autonome Region Tibet, die nur halb so groß ist wie das alte Siedlungsgebiet. Die übrige Hälfte schlugen sie angrenzenden Provinzen zu. Heute leben nur schätzungsweise 2,8 Millionen Tibeter in der Autonomen Region, während 2,9 Millionen außerhalb in Gansu, Qinghai und Sichuan leben.

Viele Chinesen wurden in Tibet angesiedelt, heute zieht es vielfach auch chinesische Geschäftsleute in das isolierte Hochland. Verwaltung und Wirtschaft werden von Chinesen kontrolliert. Viele Tibeter sind dagegen arm geblieben und fühlen sich als Menschen zweiter Klasse diskriminiert.

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