Steinbrück weist Vorstoß zu Goldverkäufen zurück

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Deutsche Presse-Agentur

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat den Vorstoß aus der Union zurückgewiesen, zur Begrenzung der Staatsverschuldung Goldreserven der Bundesbank zu verkaufen.

Die Bundesbank habe derartige Forderungen stets erfolgreich abgewehrt, sagte er der „Berliner Zeitung“ (Mittwoch). „All die, die vorschnell über die Veräußerung von Goldreserven reden, erinnere ich an die negativen Erfahrungen, die schon viele Finanzpolitiker wie zum Beispiel Theo Waigel gemacht haben.“

Der CDU-Haushaltsexperte Steffen Kampeter hatte die Bundesbank am Dienstag vor dem Hintergrund der steigenden Staatsverschuldung für den Umgang mit ihren milliardenschweren Goldreserven kritisiert. Die Bank habe die Möglichkeit zum Verkauf eines Teils ihrer angehäuften Goldreserven nicht genutzt. Stattdessen steige die Verschuldung des Staates. „Man muss die Bundesbank schon fragen, warum sie in der Vergangenheit die Verkaufsoption nicht maßvoll genutzt hat“

Die Grünen-Finanzexpertin Christine Scheel sagte „Handelsblatt.com“: „Es überrascht mich, dass ein Haushaltspolitiker öffentlich eine solche Forderung aufstellt. Das könnte auch zu Irritationen in anderen EU-Ländern führen.“ Nationale Alleingänge seien in Bezug auf die Goldreserven nicht unbedingt sinnvoll.

Die Bundesbank hält einen Goldschatz von rund 3413 Tonnen, der rein rechnerisch aktuell etwa 75 Milliarden Euro wert ist. Sie hat zwischen September 2004 und September 2009 nach Absprache mit anderen Notenbanken eine Verkaufsoption für insgesamt 600 Tonnen. Im Herbst hatte die Bundesbank aber klar gestellt, dass sie weiterhin keinen Verkauf ihrer Goldreserven plane. Bis September 2009 werde sie lediglich rund 6,5 Tonnen an das Finanzministerium für das Goldmünzprogramm verkaufen.

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