Start für Kindergarten-Neubau in Primisweiler

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Redaktionsleiter

Es kann losgehen mit dem Neubau des Kindergartens St. Raphael in Primisweiler: Der offizielle Spatenstich am Montag läutete die bis zum Frühjahr 2020 veranschlagten Arbeiten ein. Für den Kindergarten steht voraussichtlich danach nicht nur ein Umzug in die direkte Nachbarschaft zur Schomburger Grundschule an. Vom Neubau versprechen sich die Verantwortlichen zugleich enorme räumliche Verbesserungen – zumal die neue Einrichtung dann auf vier (statt bis dato drei) Gruppen ausgelegt ist.

Die Wind auf dem Sportplatz hinter der Schule blies eisig, die von den Kindergartenkindern zum Spatenstich formulierten Wünsche waren dafür umso wärmer: Angeleitet von Leiterin Ulrike Heiling, trugen sie ein kleines, passend zum Anlass getextetes Lied vor, ließen bunte Luftballons steigen und erhofften sich für die Zukunft zum Beispiel einen Sandkasten oder eine Spielekiste mit einem Klettergerüst.

Vorstellungen dieser Art dürften sicherlich verwirklicht werden am und im rund 1000 Quadratmeter großen Neubau. Hinzu kommen etwa 900 Quadratmeter Außen(spiel)fläche. Vermutlich nichts wird es wohl mit anderen Wünschen der Kleinen: Dazu gehörten zum Beispiel ein Helikopter, ein Polizeiauto und „ganz viele Stockwerke“.

Letzteres deshalb nicht, da der Neubau ebenerdig geplant ist, mit quasi separaten, aber untereinander verbundenen Gebäuden für jede der vier Gruppen. Eine Architektur, die bei den Beratungen zuvor Anklang nicht nur im Kindergarten gefunden hatte, sondern auch im Ortschafts- und Gemeinderat. Beide Gremien hatten die Pläne abgesegnet, nachdem in den Jahren zuvor noch Verhandlungen zwischen Stadt und Kirche vor allem wegen finanzieller Modalitäten im Mittelpunkt standen. Denn: Zum einen wird der neue Kindergarten von der Stadt gebaut und später von der Kirche getragen. Zu klären gab es auch Grundstücksfragen für den bisherigen Standort am Kühlauweg.

Vorbild für andere Kigas

All dies hatte die Realisierung des schon lange gewünschten Neubaus in die Länge gezogen. All dies war am Montag allerdings kein Thema. Denn da war der Blick in die Zukunft gerichtet. Für diese hatte auch OB Michael Lang einen Wunsch: Er freute sich bereits jetzt auf „ganz viele fröhliche Kinder“ in der neuen Einrichtung an der Schule. Die geplante Gestaltung bezeichnete er als „besonders schön“, er hob die Holzbauweise hervor – und bezeichnete sie als Bereicherung für ganz Wangen. Hintergrund: Die modulartig angelegten Pläne werden durchaus als Vorbild für andere anstehende Investitionen in den Kindergartenbereich angesehen.

Auch Ortsvorsteher Roland Gaus sprach vor zahlreich erschienen Bürgern, Vertretern von Stadt, Gemeinde- und Ortschaftsrat, den kleinen und großen Kindergartenvertretern, aus der Schule sowie von der Kirche und der Bauleitung von „Vorfreude“ und der Hoffnung auf ein „wirklich tolles Projekt“. Dazu gehört für Gaus auch, dass der Sportplatz, auf dem der Kindergarten entsteht, zwar verkleinert wird, allerdings – in „gedrehter“ Form auch künftig die Ausmaße für zugelassene Wettbewerbsspiele von Jugendfußballmannschaften haben soll. Zudem wird die Tartanbahn von der Straße verlegt zwischen Neubau und Fußballfeld.

(Teil-)Entwarnung bei Gewerken

Arbeiten wie diese stehen zeitlich allerdings am Ende. Zunächst steht jetzt die „Tiefgründung“ des Geländes an, wie Architekt Gerhard Feuerstein am Rande der kleinen Feier zum Spatenstich erklärte. Im kommenden Frühjahr werde die Bodenplatte gelegt, im Frühsommer folge der Bau der Wände. Für den Herbst kommenden Jahres rechnet Feuerstein mit dem Innenausbau und für das Frühjahr 2020 mit Restarbeiten. Unterm Strich rechnen Feuerstein und Stadt aktuell mit Baukosten von rund vier Millionen Euro.

Um Zeit- und Kostenplan einhalten zu können, ist derzeit vor allem eines wichtig: dass die Stadt als Bauherr genügend Bau- und Handwerksunternehmen findet, die auf die Ausschreibungen eingehen – angesichts voller Auftragsbücher bei den Betrieben ein zunehmendes Problem. Doch hier gab Jörg Weh vom Stadtbauamt (Teil-)Entwarnung: An den „wesentlichen Gewerken“ gebe es Interesse, wie die Submission am Donnerstag vergangener Woche gezeigt habe. Im Dezember könnte der Gemeinderat die ersten Aufträge vergeben.

Der Kindergarten St. Raphael jedenfalls hat sich am Montag bereits symbolisch an die Arbeit gemacht: Der Nachwuchs war passend zum Anlass und zur Jahreszeit mit Warnwesten vom TÜV Süd sowie teilweise mit Bauhelmen ausgestattet zum Spatenstich erschienen. Und Leiterin Ulrike Heiling berichtete vom Jahresthema der Einrichtung: „Wir bauen.“

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