Starke Schüler führen „Streetlight“ auf

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Die Schüler der Werkrealschule sind beim Musicalprojekt begeistert dabei. Auch dem Organisationsteam der Schule macht es Spaß ( (Foto: Barbara Rau)
Schwäbische Zeitung
Barbara Rau

Die Werkrealschule (WRS) ist Starkmacherschule. Mit einer Projektwoche für die ganze Schule und dem Musical „Streetlight“ des Vereins Starkmacher in Kooperation mit der pädagogischen Hochschule Heidelberg, wagt sich die Schule an ein Großprojekt.

Ein Projekt, das die komplette Schule einbindet, das gibt es nicht alle Tage. Wenn es sich dann auch noch um das Einstudieren eines Musicals zusammen mit einer Profi-Band handelt, dann ist es doppelt aufregend. „Eine ganze Woche, das ist was völlig Neues“, sagt denn auch Schulleiter Wolfgang Grimm. „Wir hatten einen sehr bewegten Schulanfang“, ergänzt er. Denn das Starkmacherprojekt wurde auch in den Regelunterricht eingebaut und bestimmt das neue Schuljahr seit Beginn.

StarkmacherSchule, das sind mehrere Bausteine. Einmal ist es das Musicalprojekt, bei dem eine Woche lang mit den Profimusikern der Band Gen Rosso das Musical „Streetlight“ einstudiert wird und das in der kommenden Woche die komplette Schule einbindet. Zum zweiten ist es das Heidelberger Kompetenztraining, ein Mentaltraining, das die PH Heidelberg für Lehrer und Schüler entwickelt hat.

Schon im vergangen Schuljahr wurden einige Lehrer und dann die Schüler der Klassen neun und zehn trainiert. „Manche Schüler haben schon gefragt, warum dieses Mentaltraining kein Schulfach ist“, berichtet Anita Heumos, die Initiatorin des Musicalprojekts und Lehrerin für katholische Religion, wie gut das bei den Jugendlichen angekommen ist.

In der Musicalprojektwoche sind die dadurch erworbenen Fähigkeiten sehr hilfreich, da sind sich auch die Schüler einig. Denn ein Bühnenprojekt mit all seinen Herausforderungen ist für alle Neuland. Es gibt verschiedene Workshops, beispielsweise Orchester, brasilianischer Tanz oder Broadway.

Auch Bühnengestaltung und Stagemanagement gehören dazu, denn nicht alle 277 Schüler der WRS werden auf der Bühne stehen, eine Aufführung braucht auch viele gute Leute dahinter und drum herum. Bei den Workshops sind Übersetzer dabei, weil die Band-Mitglieder aus verschiedenen Ländern stammen, „das verspricht spannend zu werden“, sagt Lehrer Günther Kreutzer.

Im Musical geht es um einen jungen Mann in einem berüchtigten Stadtteil von Chicago, der seinen eigenen Weg geht, um die Gewaltspirale zu durchbrechen. Schulleiter Grimm freut sich über die teils begeisterten Reaktionen von Eltern aufs Projekt und darüber, dass sie viel Eigeninitiative zeigen. Das habe auch dem Förderverein einen Motivationsschub gegeben. Die T-Shirts, die für alle gedruckt wurden, sind der Beweis dafür. Der Förderverein hat sie vorfinanziert. „Viele Privatleute und Unternehmen in Isny haben uns Geld oder Sachspenden zukommen lassen“, ist Anita Heumos dankbar.

Auf einen Blick: „StarkmacherSchule“ ist ein Schulentwicklungsprojekt, um Schulen zu unterstützen und zu fördern. Es besteht aus den Bausteinen „Stark ohne Gewalt“ mit der Musicalprojektwoche und dem Mentaltraining Heidelberger Kompetenztraining. Gefördert wird es durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds. Schirmherren fürs Isnyer Projekt sind Dr. Margret Ruep, Amtschefin des Kultusministeriums Baden-Württemberg, Weihbischof Thomas Maria Renz und die Stadt Isny, vertreten durch stellvertretende Bürgermeisterin Sibylle Lenz. Kooperationspartner sind die beiden Kirchengemeinden, die WRS und der Trägerverein Schulsozialarbeit.

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