Stadtwerke weiten Versorgungsgebiet aus

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Die Stadtwerke Tuttlingen (SWT) breiten ihr Versorgungsgebiet am 1. Januar auf Möhringen, Nendingen und Eßlingen aus. Für die Verbraucher ergebe das keine Veränderungen, sagt SWT-Geschäftsführer Dieter Schaaf: „Der Kunde merkt nichts davon.“

Egal ob am Silvestermorgen oder am späten Neujahrsnachmittag – wenn die Nendinger das Licht anknipsen, Kaffee kochen oder den Fernseher einschalten, fließt Strom aus den Steckdosen des Stadtteils. Was die Verbraucher nicht merken: Der Weg, auf dem der Strom zu ihnen kommt, ist ein anderer. Denn zum Jahreswechsel geht das Stromnetz in Nendingen wie auch in Möhringen und Eßlingen an die SWT über.

Vor allem in Nendingen waren dafür größere Arbeiten nötig. Der Grund: Noch wird der Stadtteil von der EnBW über eine Leitung durch das Donautal versorgt, die von Nendingen aus nach Mühlheim weiterführt. Da Mühlheim aber auch nach dem 1. Januar zum EnBW-Gebiet gehört, behielt der Versorger diese Leitung. Die SWT als neuer Betreiber mussten also neue Kabel legen. Entgegen kam den SWT dabei, dass die Kläranlage schon bisher an ihrem Netz hing. Von dort aus wurde die Leitung unter der Landesstraße und der Donau hindurch gezogen und über das Gewerbegebiet Brenner nach Nendingen geführt.

„Vor allem die Verlegung unter der Donau hindurch war aufwendig“, sagt Stefan Mayer, Abteilungsleiter Strom bei den SWT. Für viel Arbeit sorgte außerdem die Versorgung dreier Exklaven: Für Ziegelhütte, Bleiche und Papiermühle mussten eigene Versorgungsleitungen gelegt werden. „Da wir jetzt Netzbetreiber für ganz Tuttlingen sind, haben wir auch hier die Versorgungspflicht“, sagt Stefan Mayer.

Alles in allem wurden 5,4 Kilometer Kabel verlegt, drei Schaltanlagen ausgetauscht und drei Trafostationen neu gebaut. 550 000 Euro investierten die SWT in den Umbau des Stromnetzes. Geschäftsführer Dieter Schaaf steht aber zu diesem Aufwand: „Nach 20 Jahren lief der bisherige Konzessionsvertrag aus. Wenn wir jetzt nicht zugegriffen hätten, wären wieder 20 Jahre verstrichen.“

Damit die SWT ihre Marktposition langfristig sichern können, sei, so Schaaf, eine Ausweitung des Versorgungsgebietes dringend nötig. Denn in den Stadtteilen gebe es 3700 Haushalte und Gewerbebetriebe. Dass es für die Stromnetze in der Kernstadt und den Stadtteilen unterschiedliche Betreiber gab, sei ohnehin ein Anachronismus: „Das waren Relikte aus der Zeit vor der Eingemeindung“, so Schaaf.

Als Anfang des Jahres dann die Konzessionen für Möhringen, Nendingen und Esslingen neu ausgeschrieben wurden, warfen die SWT ihren Hut in den Ring. Am 2. Februar dieses Jahres gab der Gemeinderat den SWT den Zuschlag. Danach begannen die Verhandlungen mit der EnBW über die technische Abwicklung der Entflechtung der Stromnetze.

Die gestaltete sich übrigens nur in Nendingen so aufwendig: „In Möhringen und Eßlingen“, so Stefan Mayer, „mussten wir nur ein Kabel umlegen.“

INFO:

Durch den Konzessionswechsel kommt das Stromnetz in den Stadtteilen in den Besitz der SWT. SWT-Kunden werden die Bewohner der Stadtteile dadurch allerdings nicht automatisch. Wer wechseln möchte, muss dafür einen separaten SWT-Stromlieferungsvertrag unterschreiben. Die Ummeldung übernehmen dann die SWT. Für alle ändern wird sich aber die Telefonnummer bei Störungen: Hier gilt ab 1. Januar die Notrufnummer 07461 / 1702-74. Sie ist rund um die Uhr besetzt.

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