Sprudel in 1,25-Liter-Flaschen: Neue Verpackungen

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Deutsche Presse-Agentur

Hersteller von Lebensmitteln können bald die Verpackungsgrößen für ihre Produkte frei wählen. Verbraucher müssen sich dann möglicherweise an viele neue Größen und Packungen gewöhnen.

„Als Standard für Getränke kennt man 0,7 Liter oder 1 Liter. Bald kann es zum Beispiel auch Mineralwasser in einer 1,25-Liter-Flasche geben“, sagte Frank Waskow von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Hintergrund ist, dass die alten Verpackungsstandards vom 11. April europaweit aufgehoben werden.

Das Problem für Verbraucher sei der erschwerte Preisvergleich. „Das geht ja eigentlich nur, wenn die Verpackungen das gleiche Volumen haben. Der Verbraucher muss daher unbedingt auf die Bezugspreise achten“, sagt der Experte. Denn die Hersteller müssten neben dem Endpreis auch den Preis pro Maßeinheit angeben. „Zum Beispiel pro Liter oder pro 100 Gramm. Darauf kommt es letztlich an.“

Nicht nur Lebensmittel sind von der Umsetzung der EU-Richtlinie betroffen. Daneben werde es auch neue Verpackungsgrößen für Waschmittel und Lacke geben können. Nur Wein, Schaumwein und Spirituosen dürften weiterhin ausschließlich in den standardisierten Größen verkauft werden. „Der Verbraucher wird die Änderung vor allem bei den Getränken zu spüren bekommen. Der Rest läuft so nebenher“, sagt Waskow.

Mit der neuen Regelung passt sich Deutschland an viele europäische Länder an, in denen es nie standardisierte Verpackungsgrößen gab. Außerdem sollen den Unternehmen neue Vermarktungsmöglichkeiten eröffnet werden. „Die neuen Größen können den Verbraucher aber auch in die Irre führen: Man merkt nicht sofort, dass die Packung bei gleichem Preis 75 Gramm leichter geworden ist.“ Deshalb sollten Supermarkt-Kunden in der Anfangsphase besonders auf die neuen Größen achten und genau vergleichen.

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