Sportlich: „Veritas“ erlebt Wiedergeburt

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Ganz schön schnittig: Fünf Meter ist der Veritas RS 3 aus dem Jahr 2009 lang.
Ganz schön schnittig: Fünf Meter ist der Veritas RS 3 aus dem Jahr 2009 lang. (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung
Laetitia Barnick

Hausen a . A. - Rund 65 Jahre ist es nun her, dass sich der Motorenspezialist Ernst Loof entschloss, einen neuen deutschen Rennwagen zu entwickeln. Diese Idee realisierte der BMW-Rennleiter mit dem BMW-Verkaufsleiter Lorenz Dietrich, dem Rennfahrer Georg „Schorsch“ Meier und dem Radrennfahrer Werner Miethe. Der Ort für die Realisierung des Planes war Hausen am Andelsbach.

„Veritas-Arbeitsgemeinschaft für Sport- und Rennwagenbau“ hieß die neue Firma auf dem Betriebsgelände der früheren Rüstungsfirma Weimper. Angeblich war Lorenz Dietrich der Name „Veritas“ spontan eingefallen, als die vier Pioniere bei einer Vorstellung ihres Prototyps in Frankreich nach dem Namen des sensationell stromlinienförmigen Gefährts gefragt wurden. Da die Motorenspezialisten die ersten Veritas-BMWs aus einem gebrauchten BMW 328 bastelten, oblag es dem potentiellen Kunden, diesen bei der Bestellung mit anzuliefern.

Dennoch war der neue 115 PS starke Veritas-BMW nicht billig. Dies lag vor allem daran, dass er über einem Gitterrohrrahmen ein neues Kleid aus leichtem Alublech erhielt. Nachdem jedoch schon bald die ersten Bestellungen bei den Rennwagen-Tüftlern eingingen, siedelte die Firma, die nun „Veritas GmbH“ hieß, im Frühjahr 1948 nach Meßkirch um. Bereits einige Wochen später, am 9. Mai 1948, hatte das rasante Fahrzeug mit dem Automobil-Rennfahrer Karl Kling erste große Erfolge zu verbuchen: Kling wurde Deutscher Sportwagenmeister in der damals größten 2-Liter-Sportwagen-Klasse.

Nach weiteren Erfolgen ließ BMW den Namen „Veritas-BMW“ verbieten und der Wagen hieß nun nur noch „Veritas RS“. Die Erfolgsgeschichte nahm dennoch ihren Lauf und bald wurden auch noch weitere „Veritas“ – auch Sportcabrios – gebaut. Über hundert Käufer fand dieser Flitzer auch auf dem Pariser Automobilsalon 1949 und auf den Rennstrecken Europas wurden wichtige Preise eingefahren. Langfristig jedoch konnte die neue Firma den Erfolg mit den teuren Rennwagen nicht halten und so kam es im Herbst 1950 zum Konkurs.

Wie hätten sich jedoch die Begründer gefreut, hätten sie erleben können, dass ein neuer Veritas RS III im Juli 2009 in der exklusivsten Automobilschau Englands, dem „Salon Privé“, im ersten Anlauf eine der begehrtesten internationalen Trophäen des Automobilsports für sich verbuchte: Der fünf Meter lange Schlitten, der heute von der Vermot AG produziert wird, wurde nämlich dort zum „Best Super Car 2009“ kreiert. Mit über 500 PS hat die rheinland-pfälzische Firma den Super-Renner ausgestattet, der 347km/h schnell fährt und 342.000.- Euro kostet. Natürlich ohne Mehrwertsteuer.

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