Sportanfänger ab 35: Vorher untersuchen lassen

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Deutsche Presse-Agentur

Wer im Alter von 35 Jahren mit Sport anfängt, sollte sich vor dem ersten Training ärztlich untersuchen lassen. „Eine solche Untersuchung ist auch für jüngere Menschen sinnvoll, aber ab diesem Alter ist sie aus medizinischer Sicht ein Muss.“

Dies betont der Sportmediziner Dr. Rudolf Ziegler aus Heppenheim. Der Arzt stelle fest, ob der Sport für seinen Patienten sinnvoll sei und untersuche auch, ob ein erhöhtes Risiko für das Herz-Kreislauf-System vorliege.

Das ist unter anderem bei übergewichtigen Menschen der Fall. „Zur Risikogruppe gehören zum Beispiel Männer mit einem Bauchumfang ab 94 Zentimetern. Bei Frauen liegt die Grenze bei 80 Zentimetern“, sagte er. Für Übergewichtige ist etwa Joggen nicht sinnvoll, hier drohen Überlastungskrankheiten. Auch Normalgewichtige sollten bei diesem Sport aus demselben Grund langsam anfangen. Um das richtige Tempo zu finden, hilft eine Pulsuhr. Die Höhe des empfohlenen Pulswertes hängt von Alter und Geschlecht ab. So sollte zum Beispiel eine 40-jährige Frau höchstens mit einem Puls von etwa 158 Schlägen pro Minute laufen. Bei einem gleichaltrigen Mann sollte er etwas niedriger sein.

„Sportanfänger überfordern sich oft“, hat Ziegler festgestellt. Das gelte nicht nur fürs Joggen, sondern etwa auch für Golf, Schwimmen und Bergwandern. So würden beim Golfen vor allem Schultern, Arme, Wirbelsäule und Beine belastet. Beim Schwimmen könnten schnell Nacken und Kniegelenke schmerzen, das Bergwandern sei eine große Belastung für das Herz-Kreislauf-System. „Die Leute sollten vorher wenigstens regelmäßig spazieren gegangen sein“, rät er.

Sportanfänger sollten etwa zwei bis viermal pro Woche trainieren, und zwar jeweils zwischen 30 und 45 Minuten. „Wer nicht regelmäßig Sport macht, verliert ab dem 30. Lebensjahr jährlich etwa ein Prozent Muskelmasse“, sagte der Sportmediziner. Ideal sei eine Kombination aus Ausdauersport mit Yoga oder Pilates. Eine Dehnung der Muskulatur vor dem Sport sei dagegen nicht sinnvoll. Dadurch steige sogar die Gefahr von Überlastungskrankheiten.

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