Sperrung: Das Warten hat ein Ende

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Schwäbische Zeitung
Bernhard Hampp

Jetzt ist es amtlich. Ab dem kommenden Montagvormittag sind die meisten Straßen im östlichen Ostalbkreis für auswärtige Laster ab 12 Tonnen dicht. Das haben jetzt Regierungspräsident Johannes Schmalzl und Landrat Klaus Pavel in einer gemeinsamen Pressemeldung mitgeteilt.

„Die endgültige Entscheidung ist erst am Mittwochabend gefallen“, sagt Susanne Dietterle, Pressesprecherin im Landratsamt. Bis zum Schluss war nicht klar, ob das Fahrverbot auch dann in Kraft treten kann, wenn auf bayerischer Seite ausführliche Hinweisschilder fehlen. Wie berichtet, wird der von der Regierung von Schwaben in Augsburg beauftragte Schilderhersteller erst Mitte Februar mit den Hinweistafeln für die Nördlinger Gegend fertig. Bedenken habe es gegeben, so Dietterle, weil Lastwagenfahrer, die ohne große Vorwarnung auf bayerischer Seite vor der Sperrung stehen, zu komplizierten Wendemanövern gezwungen sein können. Unter dem Strich sei dies aber eher hinzunehmen, als den Bürgern eine weitere Verzögerung der Sperrung zuzumuten.

Konkret sind die Bundesstraße 29 zwischen Pflaumloch und der Autobahnauffahrt bei Westhausen, die Landesstraße 1060 zwischen Benzenzimmern und der Autobahn bei Ellwangen, sowie die Landesstraßen 1029, 1076, 2223, 1084 und 1080 sowie die Kreisstraßen 3305, 3209, 3206, 3297 und 3316 in diesem Bereich für den Schwerlast-Durchgangsverkehr gesperrt. Nicht betroffen ist der Quell- und Zielverkehr im Korridorgebiet. Für andere Fahrzeuge muss ab sofort eine Ausnahmegenehmigung beim Landratsamt beantragt werden. Die Polizei kontrolliert die Einhaltung des Fahrverbots.

Die Sperrung soll im Laufe des Montagvormittags in Kraft. Ab neun Uhr beginnen die Mitarbeiter des Landratsamts, Abdeckungen und Klebestreifen von den Verbotsschildern zu entfernen. „Auf den Berufsverkehr am frühen Montagmorgen hat die Sperrung noch keine Auswirkungen“, betont Dietterle.

„Ich freu mich total“ – so der erste Kommentar von Ilse Weber, Sprecherin der Bürgerinitiative Verkehrsentlastung östlicher Ostalbkreis. Sie sagt: „Es war ja jetzt doch noch eine ganz schöne Zitterpartie zum Schluss. Viel mehr hätte man die Geduld der Betroffenen kaum mehr auf die Probe stellen können. Im März werden es fünf Jahre, dass wir hier gleiches Recht für Bayern und Baden-Württemberg fordern, und wie viel wurde uns schon versprochen , und dann doch wieder zugewartet.“ Auch die SPD-Landtagsabgeordnete Ulla Haußmann begrüßt die Sperrung: „Darauf haben wir so lange gewartet.“

Ganz anders dagegen die Reaktion bei Peter Stöferle, Verkehrsreferent der IHK Schwaben in Augsburg. Er bedauert, dass Lasterfahrer jetzt möglicherweise ohne Vorwarnung in Benzenzimmern oder Pflaumloch „in der Sackgasse“ stecken würden. „Unsere Intention ist aber vor allem, dass nicht Verbotsschilder auf-, sondern schnellstens abgebaut werden, auf der Ostalb und zuallererst in Dinkelsbühl.“ Dass das von der Wirtschaft kritisierte B25-Fahrverbot nun eine bundesweit einmalige Korridor-Sperrung nach sich ziehe, sei „ein klarer Standortnachteil für strukturschwache Gegenden wie Nördlingen und Ostwürttemberg.“ Die Sperrung führe zu einem „Flächenbrand“ und einem „Flickenteppich der Verbote“: „Schon gibt es in Bayerisch-Schwaben erste Gemeinden wie Tapfheim und Friedberg, die ebenfalls für Laster dicht machen wollen.“

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