Spargel-Gebäck und Rosen-Bonbons: Süßwaren-Trends

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Deutsche Presse-Agentur

Spargel-Gebäck, Rosen-Bonbons und Pumpernickel-Schokolade - bei der Internationalen Süßwarenmesse (ISM) in Köln zeigen von diesem Sonntag an rund 1600 Aussteller Neuheiten zum Knabbern, Lutschen und Genießen.

Darunter sind Kuriositäten wie mit Blattgold verzierte Schokolade, mit echten Blüten dekorierte Pralinen und Kakao mit Veilchenduft. Die Branche ist zuversichtlich, dass den Verbrauchern trotz Finanzkrise die Lust auf Süßes nicht vergeht. Vielleicht gönne man sich sogar gerade in schweren Zeiten kleine Leckereien, um sich zu trösten oder zu belohnen.

Im vergangenen Jahr zumindest verzeichneten Süßwarenhandel und - industrie eine positive Entwicklung. Der Handel registrierte ein Plus von 4 Prozent, und die Hersteller konnten ihren Inlandsumsatz um 5 Prozent steigern. Insgesamt produzierten die rund 200 Betriebe knapp 3,7 Millionen Tonnen Süßigkeiten (plus 2 Prozent) im Wert von 12,5 Milliarden Euro (plus 6,2 Prozent). Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) verzehrte jeder Deutsche statistisch gesehen etwa 31 Kilo Süßigkeiten (minus 1,3 Prozent) für 112 Euro (plus 2,6 Prozent) - fast die Hälfte des Geldes ging für Schokolade drauf.

Beigetragen zu den höheren Ausgaben für Süßigkeiten haben vor allem die gestiegenen Preise. Laut Statistischem Bundesamt kostete 2008 eine Tafel Schokolade 14,1 Prozent mehr als im Vorjahr, in der Vorweihnachtszeit kletterte der Preisunterschied sogar auf 18,5 Prozent. Allgemein verteuerten sich Süßwaren im Durchschnitt um 6 Prozent. Hauptgrund dafür seien die starken Preiserhöhungen bei den Rohstoffen.

Mittlerweile habe sich die Situation an einigen Märkten zwar deutlich entspannt, das gelte allerdings nicht für den in der Branche wichtigsten Rohstoff Kakao, klagt der BDSI. Die Preise lägen zurzeit etwa 25 Prozent über Vorjahresniveau. In Deutschland werden den Angaben zufolge rund 12 Prozent der Welternte an Kakao verarbeitet.

Einer der aktuellen Trends im Süßwarenmarkt geht nach Branchenangaben zu hochwertigen Edel-Schokoladen. Gefragt sind vor allem dunkle Plantagen-Schokoladen mit Bitter-Geschmack und sehr hohem Kakaoanteil. „Wer Schokolade isst, will sich heutzutage verwöhnen“, sagt eine Sprecherin der Confiserie Coppeneur in Bad Honnef bei Bonn. „Gerade wenn das Geld eher knapp ist, möchte man sich etwas besonderes gönnen.“ Es gehe um „Genuss in Maßen, nicht in Massen“.

Als weiteren Trend sieht die Branche eine Renaissance der Ostprodukte. „Direkt nach der Wende war in Ostdeutschland der Wunsch da, die bekannten West-Marken auszuprobieren. Inzwischen jedoch ist die Sehnsucht nach dem 'guten Alten' wieder da“, sagt ein Sprecher der Schokoladenfabrik Halloren in Halle. Deshalb versuchten nun viele Firmen, gerade mit dem Prädikat Ostdeutschland zu werben.

Ähnliches gelte aber auch für andere Regionen Deutschlands, betont BDSI-Sprecher Torben Erbrath. „Es gibt immer mehr Erzeugnisse, die mit einem Regionalnamen geschützt sind - so wie Lübecker Marzipan, Aachener Printen oder Dresdner Stollen.“ Die Verbraucher vertrauten zunehmend heimischen Produkten und identifizierten sich mit der Region.

Fortgesetzt hat sich nach BDSI-Angaben auch die Nachfrage nach Bio- und Wellnessprodukten. Ob Schokolade, Fruchtgummi oder Popcorn - der Bio-Boom habe inzwischen fast alle Bereiche des Süßwarenmarktes erfasst. Eine sogenannte „Bio-Straße“ bündelt auf der Messe das Angebot zu diesem Thema. Die bis zum 4. Februar dauernde ISM ist nur für Fachbesucher geöffnet.

Süßwarenmesse Köln: www.ism-cologne.de

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