Späte Klatsche für den FC Wangen

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 Simon Wetzel (links, hier im Spiel gegen Laupheim) hat mit dem FC Wangen hoch in Rutesheim verloren.
Simon Wetzel (links, hier im Spiel gegen Laupheim) hat mit dem FC Wangen hoch in Rutesheim verloren. (Foto: Josef Kopf)
Markus Prinz

Das Gastspiel in der Fußball-Verbandsliga Württemberg beim neuen Tabellenführer SKV Rutesheim gestaltete der abstiegsbedrohte FC Wangen lange offen, kassierte aber in der Schlussphase noch eine deutliche 1:5-Klatsche. Wangen bleibt zwar auf dem Abstiegsrelegationsplatz, hat aber ein Spiel mehr als die meisten unmittelbaren Konkurrenten absolviert.

Das Spiel beim zu Hause noch ungeschlagenen SKV Rutesheim begann für den FC Wangen verheißungsvoll. Die Mannschaft von Trainer Adrian Philipp war von Beginn an gut im Spiel und brachte die Defensive der Hausherren das ein ums andere Mal in arge Bedrängnis. Bereits in der vierten Minute lief Franz Rädler in hohem Tempo auf Rutesheims Torhüter Julian Bär zu, spielte den Ball an ihm vorbei und wurde anschließend zu Fall gebracht. Der Ball rollte am Tor vorbei, aber das Foul an Rädler wurde vom Unparteiischen zum Ärger von Philipp nicht mehr geahndet. „Das war ein klares Foulspiel und daher auch ein Strafstoß“, regte sich Wangens Trainer auf.

Die Gäste aus dem Allgäu ließen sich durch diese vermeintliche Fehlentscheidung nicht aus dem Konzept bringen und waren weiterhin die aktivere Mannschaft. In der ersten halben Stunde spielten die Wangener sehr konzentriert und ließen den Gastgebern keine Tormöglichkeiten zu. Mitte der ersten Spielhälfte hatte der Schiedsrichter die nächste strittige Situation zu überstehen. Wangens Stürmer Mario Vila Boa lief kurz hinter der Mittellinie alleine aufs gegnerische Tor zu, wurde aber wegen einer möglichen Abseitsstellung zurückgepfiffen, was Philipp auch nicht verstand, „Mario lief genau auf Höhe unserer Trainerbank los und war nach unserer Meinung nicht im Abseits“.

So kam es fast wie, es kommen musste, wenn man im Tabellenkeller nicht gerade vom Glück verfolgt ist. Mit der ersten gefährlichen Aktion gingen die Hausherren in Führung. Einen scharf getretenen Freistoß aus dem Halbfeld köpfte Rutesheims Torjäger Gianluca Crepaldi zur schmeichelhaften Führung ein. Nur zwei Minuten später der nächste Schock für den FC Wangen: Ein Missverständnis zwischen Torhüter Julian Hinkel und Innenverteidiger Justin Schuhmacher nutzte Crepaldis Sturmpartner Noah Lulic zum 2:0. So gingen die Wangener nach einem guten Auftritt in den ersten 45 Minuten unverständlich mit einem 0:2-Rückstand in die Kabine.

Der zweite Durchgang begann wie der erste, Wangen war gut im Spiel und die aktivere Mannschaft. Nach einer Stunde Spielzeit belohnte Erik Biedenkapp den großen Aufwand mit dem Anschlusstreffer. Einen Querpass zirkelte Biedenkapp aus 25 Metern unhaltbar in den Torwinkel. Die Gäste aus Wangen waren fortan am Drücker und hatten einige gute Freistoßsituationen, aber der „letzte Tick“ hat immer gefehlt. Die Gastgeber zeigten sich deutlich kaltschnäuziger. Nach einem Einwurf ließ Rutesheims Noah Lulic mit einer einfachen Körpertäuschung seinen Gegenspieler stehen und traf mit seinem abgefälschten Schuss etwas glücklich zum 3:1. Die FC-Elf versuchte nochmals alles, um zurück ins Spiel zu kommen und hatte erneut Pech bei einer Schiedsrichterentscheidung. Wangens Okan Housein hatte Rutesheims Torhüter mit seinem Lupfer bereits überwunden, aber ein Rutesheimer Verteidiger verhinderte den Einschlag im Tor, mit beiden Händen über dem Kopf, wohl regelwidrig. „Der Handelfmeter war noch klarer als das Foul zu Beginn des Spiels“, ärgerte sich Adrian Philipp über die aus seiner Sicht erneute Fehlentscheidung. Vielleicht hatte der Schiedsrichter an diesem Nachmittag nicht das glücklichste Händchen, aber allein die zehn gelben Karten im Spiel (sechs für Rutesheim, vier für Wangen) zeigen, dass er alle Hände voll zu tun hatte. Im Anschluss schob der FC Wangen eine Menge Frust und ließ in der Schlussphase noch zwei weitere Treffer der Hausherren zum 5:1-Endstand zu.

Adrian Philipp war nach der Niederlage beim neuen Spitzenreiter zwar frustriert, sah aber keinen schlechten Auftritt seiner Mannschaft: „Auch wenn es sich blöd anhört bei diesem Ergebnis, aber hier war deutlich mehr drin.“ Die beiden Rutesheimer Tore in der Nachspielzeit waren zwar nicht mehr entscheidend, aber für Philipp alles andere als notwendig: „Wir waren natürlich alle frustriert. Die beiden Tore hätte es nicht mehr gebraucht.“

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