Sorge um um zusätzliche Trinkwasser-Entnahmestelle

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Schwäbische Zeitung

Der IBMV vertritt die Interessen von rund 3600 motorisierten Bootsfahrern am Bodensee in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Knapp 35 Mitgliedsvereine sind im IBMV organisiert.

Zum ersten Mal in der annähernd 60-jährigen Geschichte des Internationalen Bodensee-Motorbootverbands (IBMV) hat dieser seine erste rein virtuelle Hauptversammlung veranstaltet. In der Spitze beteiligten sich fast zwei Dutzend Mitglieder an der Videokonferenz.

Den Bericht von IBMV-Präsident Paul Minz bestimmte Corona und die damit verbundenen Umstände für den Verband und den Wassersport insgesamt. „Vieles konnte nicht stattfinden oder nur in sehr reduzierter Form.“ Das galt für eine Reihe von geplanten Aktivitäten, wie etwa Skippertreffen oder auch den Seedienst des Verbands, dem Martin Lepple als Leiter vorsteht. In normalen Jahren sorgt dieses ehrenamtliche Engagement von Bootsführern dafür, dass Wassersportlern aus der Klemme geholfen wird, oder der Seedienst klärt auf und mahnt, sich an die Regeln zu halten. „Das war heuer spürbar reduziert“, berichtete Lepple.

Trotz der besonderen Umstände behielt der IBMV die Interessen der Menschen auf dem Wasser im Blick, wie Paul Minz betonte. So auch die Entwicklungen im Markelfinger Winkel, wo es Bestrebungen gibt, die Uferschutzzonen über das nach Ansicht des Verbands ohnehin schon beträchtliche Maß auszuweiten. Ein Ortstermin mit dem Regierungspräsidium Tübingen in Radolfzell fiel der Pandemie zum Opfer. „Ich gehe davon aus, dass der im Frühjahr nachgeholt wird“, sagte Minz. „Mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf zehn Kilometer pro Stunde könnten wir vielleicht leben“, sagte er und deutete damit Hoffnung auf einen Kompromiss an.

Sorge bereitet dem Verband auch eine mögliche zusätzliche Trinkwasser-Entnahmestelle in Sipplingen. Sollte sie tatsächlich kommen – was im Augenblick noch nicht vom zuständigen Bodenseekreis zur Genehmigung beantragt ist – würde die Freiheit auf dem Wasser durch eine weitere Sperrzone eingeschränkt, fürchtet der Verband: „Wir beobachten das sehr, sehr genau – und scheuen im Zweifel auch nicht davor zurück, juristische Möglichkeiten auszuschöpfen“, kündigte Minz an. Denn andernorts bestünden Entnahmestellen auch ohne Schutzzonen.

Kaum Gefahr sieht Minz im Augenblick in Sachen Aquakulturen. Die internationale Gewässerschutzkommission (IGKB) habe grundsätzlich eine kritische Haltung dazu eingenommen. Die Fischer seien überwiegend auch dagegen – „ich hoffe, dass sich das Thema im Sande verläuft“, sagte Minz. Eine abschließende Stellungnahme könne der IGKB allerdings erst vornehmen, wenn es einen Antrag auf eine solche Fischzuchtanlage gebe.

Der Verbandsauftritt auf der Interboot – gemeinsam mit der befreundeten Internationalen Wassersportgemeinschaft Bodensee (IWGB) – in Friedrichshafen habe erwartungsgemäß weniger Besucher gebracht. Minz lobte die Messeorganisation und berichtete von teilweise guten Verkäufen der Aussteller. Kassenwart Bruno Müller konnte für das abgelaufene Verbandsjahr ein nahezu fünfstelliges Plus in den Büchern vermelden, allerdings seien die reduzierten Ausgaben neben dem sparsamen Wirtschaften der Pandemie geschuldet, die kostenintensive Anlässe unmöglich gemacht habe.

Der IBMV vertritt die Interessen von rund 3600 motorisierten Bootsfahrern am Bodensee in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Knapp 35 Mitgliedsvereine sind im IBMV organisiert.

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