So stellen sich Schelklingens Freie Wähler vor

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Elisabeth Sommer

Zur Pflicht im laufenden Kommunalwahlkampf haben sich die Freien Wähler Schelklingens Besuche mit Bürgergesprächen in den Teilorten gemacht. Den Dienstagabend verbrachten sie in Sondernach und erfuhren von den zahlreichen Initiativen der Bürger, diesen kleinsten Schelklinger Teilort zu gestalten – aber auch von dringenden Wünschen. Miserabel ist im oberen Schmiechtal noch immer das Handynetz, die Internetverbindung, die Bauplatzzahl und teilweise der Feldwegezustand.

Beim Gespräch mit den Bürgern im „Ehmastand“ (Bienenstand) machte Christian Gaus aus Gundershofen auf diese Probleme aufmerksam. „Es lädt und lädt und geht dann oft doch nicht“, erklärte Gaus, der in Gundershofen Ortschaftsratsmitglied ist.

Die 13 Kandidaten der Freien Wähler stellten sich vor beziehungsweise wurden vorgestellt. Anwesend waren: Artur Geißelhardt, Ludwig Krais, Hans Merkle, Jozo Mijatovic, Dagmar Mohr, Gerald Molz, Hannes Schäfer, Dieter Schmucker, Markus Sebald und Michael Strobl, der die abwesenden Skender Bazaj, Daniel Fritz und Helmut Klar vorstellte.

Kandidaten stellen sich vor

Jozo Mijatovic möchte den Einwohnerschwund in der Stadt dämmen. Dagmar Mohr verwies auf die Wichtigkeit von Frauen im Gremium, um alle Blickwinkel abzudecken. Hans Merkle gehört zu den Gründern der Freien Wähler von 1990 und ist der Vorsitzende. Gerald Molz schätzt die Freien Wähler, weil es keinen Fraktionszwang gibt. Hannes Schäfer ist der Sohn von Dagmar Mohr und mit seinen 19 Jahren der jüngste Gemeinderatskandidat überhaupt. Fraktionssprecher Michael Strobl begrüßt das Fachwissen von Kandidat Markus Sebald als Rechtsanwalt, der durch seinen Schwiegervater in spe, Ex-Gemeinderat Lothar Knieß, zu den Freien Wählern gestoßen ist. Artur Geißelhardt wies hin, beruflich oft im Alpenraum tätig gewesen zu sein, wo es trotz höherer Berge als im Schmiechtal nie Probleme beim Handygebrauch gab.

Dieter Schmucker betonte bei seiner Vorstellung, dass die Gemeinderatswahl eine Personenwahl ist, weil er das Gremium für zu parteilastig hält. Das Wir-Gefühl müsste in der Gesamtstadt gestärkt werden, meinte Ludwig Krais. Im Bürgergespräch entstand der Tenor, dass im Gemeinderat schneller gemacht und kürzer debattiert werden sollte, wobei die aktuellen Mitglieder an die Finanznot und die Schwierigkeit erinnerten, überhaupt einen gültigen Haushalt aufstellen zu können.

Viel in Eigenleistung umgesetzt

Dem Gespräch mit fünf Bürgern war die Ortsbesichtigung der Kandidaten unter Führung von Ludwig Krais vorausgegangen. Er zeigte das Gerätehaus mit historisch anmutendem Tragkraftspritzenanhänger, der laut neuem Feuerwehrbedarfsplan ersetzt werden soll, wenn eine Feuerwehrgarage gebaut ist. Diese Garage kann im von der Stadt gekauften angebauten Haus entstehen, weiß Krais. Der Sondernacher zeigte seinen staunenden Kollegen der Freien Wähler, was die Orts- und Schmiechtalbewohner alles in Eigenleistung geschaffen haben: Dazu gehört das Bahnwartehäuschen, der Mostkeller beim Pumphäuschen, wo sich jeden Samstagvormittag im Sommerhalbjahr die Maurer und Birnensammler mit Freunden zum zwanglosen Frühschoppen treffen, und der „Ehmastand“, der als Jugendhaus auch selbst gemauert wurde. „Haben Sie in der Stadt Schelklingen kein Jugendhaus wie hier?“, fragte dann ein älterer Sondernacher beim Bürgergespräch die Gemeinderatskandidaten etwas verschmitzt. Zur Erinnerung: In der Kernstadt gab es im vorigen Jahrzehnt rund um die Wiederwahl zur zweiten Amtszeit von Alt-Bürgermeister Michael Knapp eine längere Debatte über einen Jugendtreff, was dann wieder einschlief.

Gegründet wurde im Ort vor einigen Jahren ein Heimatverein mit jetzt 50 Mitgliedern bei nur 100 Einwohnern. Der Verein kauft für seinen Vereinszweck das ehemalige Warenlager der Raiba. Das Mähen des Schmiechkrauts dient mit zum Abzahlen. Die Sondernacher wiesen auf das traditionelle Rehessen an Pfingstmontag hin und luden dazu in ihren Ort ein.

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