So lässt sich die Überschuldung vermeiden

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Deutsche Presse-Agentur

Jeder zwölfte Haushalt in Deutschland gilt derzeit nach Angaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) in Berlin als überschuldet. Infolge der Rezession könnten es in den kommenden Jahren noch mehr werden.

Um eine solche ausweglos erscheinende Situation zu vermeiden, sei es vor allem wichtig, den Überblick über die Einnahmen und Ausgaben zu behalten. Das sagte Claudia Kurzbuch, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung in Kassel.

Kurzbuch empfiehlt, dazu ein Haushaltsbuch zu führen. Alternativ könnten Verbraucher auch ihren wöchentlich verfügbaren Betrag ausrechnen. Diesen könnten sie montags bar abheben und dann versuchen, bis zum Sonntag damit auszukommen. Auf diese Weise werde das Geld wieder begreifbar gemacht, erklärt Kurzbuch. Schließlich trage der elektronische Zahlungsverkehr über Kreditkarten wesentlich dazu bei, dass Menschen die Kontrolle über ihre Finanzen verlieren. Für eine größere Transparenz könnten auch getrennte Geldbörsen für Ausgaben für Lebensmittel sowie für freien Konsum angelegt werden.

Gefährlich seien auch die allgegenwärtigen Angebote von Ratenzahlungen. Sie hätten dazu geführt, dass vor allem junge Menschen zunehmend auf Pump konsumieren. Besonders Langzeitkredite beispielsweise für den Kauf eines Autos könnten aber schnell in die Überschuldung führen, warnt Kurzbuch. Bei unvorhergesehen Ereignissen wie dem Verlust des Arbeitsplatzes könnten die Raten nicht mehr bezahlt werden.

Wer in die Überschuldung gerutscht ist, sollte vor allem schnell aktiv werden, rät Kurzbuch. Der schlimmste Fehler sei es, die Probleme zu verdrängen und die Briefe der Gläubiger nicht mehr zu öffnen. Stattdessen sollten Schuldner zunächst das Gespräch mit ihren Gläubigern suchen, um zum Beispiel kleinere Raten zu vereinbaren. Wenn dieses scheitert, sollten sich Betroffene an eine gemeinnützige Schuldnerberatung wenden.

Der letzte Ausweg aus der Schuldenfalle sei schließlich die Verbraucherinsolvenz. Sie ist laut Kurzbuch unumgänglich, wenn Schuldner keine Möglichkeit mehr sehen, ihre Verbindlichkeiten auf absehbare Zeit zu begleichen. Zwar müssten die Überschuldeten dann sechs Jahre lang alle Einkommen über der Pfändungsfreigrenze abführen. Danach aber könnten sie wieder unbelastet in ein neues Leben starten.

Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung: www.meine-schulden.de

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