So gelingt der fast kostenlose Bankverkehr

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Deutsche Presse-Agentur

Gebühren für Girokonto oder Kreditkarte, Depotführung oder Sparplaneinrichtung - all das können sich Bankkunden sparen. Neben dem Zahlungsverkehr lässt sich sogar die Altersvorsorge fast gebührenfrei gestalten.

Voraussetzung ist allerdings die Suche nach dem richtigen Anbieter und den richtigen Kombinationen von Angeboten - das kann bisweilen der Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleichkommen. Aber Sparfüchse nehmen das gern in Kauf.

GIROKONTO: „Es gibt kostenlose Girokonten, zum Teil sogar ohne Bedingungen“, sagt Stephanie Pallasch von der Stiftung Warentest in Berlin, die den Markt für die jüngste Untersuchung der Zeitschrift „Finanztest“ unter die Lupe genommen hat. Bei anderen ist die Online-Kontoführung oder ein monatlicher Mindesteingang Voraussetzung. Wer nicht an instituts- oder verbundfremden Automaten Geld zieht, muss für Bares ohnehin kein Geld bezahlen.

KREDITKARTE: Grundsätzlich fanden die Warentester Angebote von 0 bis etwa 200 Euro für Kontoführung, Überweisungen, EC- und Kreditkarte. Die Verbraucherzentrale Berlin fand in einer Marktstudie für den Bankplatz Berlin sogar ein Angebot mit 350 Euro Jahresgebühr. Eine günstige Kreditkarte kostet laut Stiftung Warentest dagegen nur etwa 20 Euro im Jahr. Allerdings müsse die Kreditkarte nicht von der kontoführenden Bank sein, rät die Stiftung Warentest - andere Banken sind oft preiswerter, mehrere Anbieter verlangen gar keine Gebühren - auch ohne Girokonto. Und laut Pallasch gibt es sogar Anbieter, die zum Girokonto die Kreditkarte umsonst anbieten. Für alles rund ums Gehaltskonto müssen Bankkunden also keinen Cent ausgeben, wenn sie suchen und bestimmte Vorgaben erfüllen können.

„Girokonto, Überweisung, Kreditkarte - all das kann man umsonst haben“, sagt auch Thomas Schlüter vom Bundesverband deutscher Banken in Berlin. Der Gang zu unterschiedlichen Instituten könne Geld sparen - zum Beispiel ein Tagesgeldkonto beim Online-Anbieter und das Girokonto bei der Filialbank.

DEPOTFÜHRUNG: Vor allem Direktbanken verlangen für die Depoteröffnung und -führung oft keinen Cent: „Das gibt es auch ohne Nebenbedingungen“, sagt Roland Aulitzky, der für die Stiftung Warentest die Untersuchung zur „Besten Bank für Anleger“ gemacht hat. Die Suche lohnt sich, denn ein teures Depot könne zwischen 200 und 300 Euro pro Jahr kosten - eine durchschnittliche Anzahl von Transaktionskosten angenommen, sagt Aulitzky.

FONDSKAUF UND SPARPLAN: „Selbstentscheider, die sich informieren, können deutliche Rabatte beim Ausgabeaufschlag erhalten“, sagt Andreas Fink vom Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) in Frankfurt/Main. „Es gibt das fast oder ganz ohne Ausgabeaufschlag.“ Laut Aulitzky sind Fondsshops im Internet häufig eine besonders günstige Möglichkeit - also unabhängige Vermittler, das Depot wird online bei einer Depotbank geführt. Dabei fällt meist nur für das Depot eine Gebühr an, sagt Aulitzky - „ab höheren Anlagesummen ist das dann oft umsonst“.

FONDS-RIESTERN MIT RABATT: Auch für die Altersvorsorge können Sparer von Rabatten profitieren. In der Regel würden gewisse Prozentsätze von den eingehenden Eigenbeiträgen als Kosten vom Anbieter einbehalten. „Über Fondsvermittler im Internet gibt es die Angebote teils günstiger“, sagt Aulitzky. Grundsätzlich seien Banksparpläne am günstigsten, es falle nur eine „minimale Verwaltungsgebühr“ an.

RENTEN- ODER LEBENSVERSICHERUNG: Kosten fallen hier auf den ersten Blick beim Abschluss nicht an - sie werden mit den ersten Beitragszahlungen verrechnet. Sparen lässt sich trotzdem, und zwar durch den Online-Abschluss, sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg: „Die Direktversicherer haben ganz andere Kostenstrukturen als die großen Anbieter. Bei der langfristig garantierten Ablaufleistung macht sich das bemerkbar, zum Teil mit Unterschieden von fünfstelligen Beträgen.“ Voraussetzung ist laut Rudnik aber, dass Interessenten sich vorher sorgfältig über das Produkt informieren.

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