So fühlt sich Ohnmacht an

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Roland Weiß
Roland Weiß (Foto: SZ)

Zwei Landtagsabgeordnete fragen unabhängig voneinander fast zur gleichen Zeit nach, was denn mit der B 30 neu (Umfahrung Meckenbeuren) los ist. Das ist vielsagend, denn: Es ist nichts los. Was nicht nur der Bevölkerung vor Ort seit geraumer Zeit sauer aufstößt, sondern von den Vertretern der Bürger erfreulicherweise transportiert wird. Nach Stuttgart, aber auch nach Tübingen.

Dass die Antworten aus dem Ministerium „dünn“ sind, bewerten die Abgeordneten gleich. Jener in der Opposition greift obdessen zu „Spitzen“ gegen Minister Hermann („Wahrscheinlich sind ihm ein paar Kilometer Radschnellwege rund um Stuttgart wichtiger, als diese zentrale Verkehrsachse in Oberschwaben und am Bodensee“).

Aussagekräftiger für die Region ist August Schulers Ernüchterung, immerhin als CDU-Politiker Mitglied der Regierung und des Verkehrsausschusses – und damit eigentlich/natürlich bestens informiert.

Seine Hoffnung, dass es mit der Neubesetzung von Planerstellen auch zwischen Ravensburg und Friedrichshafen voran gehen möge, ist aller Ehren wert. Nur: Im Regierungspräsidium sieht man das Planungsteam B 30 personell und finanziell ausreichend ausgestattet.

Wenn die personelle Situation nicht das Problem darstellt (und nicht die Ursache für offensichtliche Verzögerungen), was ist es dann? Die Einheit in der Region ist es auch nicht. Das Votum für die Westtrasse besteht – sie war mit dem Meckenbeurer Ratsbeschluss im März 2017 und Tettnangs Solidaritätsbekundung erreicht.

Vielleicht entstand und besteht diese Einigkeit in der Region dem einen oder anderen ja zu früh und zu schnell – nämlich bevor alle Ergebnisse vorliegen. Jene aus den Untersuchungen zu Flora und Fauna standen und stehen noch aus, die gewichtige Umweltverträglichkeitsstudie wurde nicht abgewartet, eher gar abgewertet.

Also? Beschleicht den Beobachter die Sorge, dass die noch ausstehende (ja noch nicht mal terminierte) Präsentation des Umweltgutachtens etwas damit zu tun haben könnte. Dass gegen die Westtrasse Gründe sprechen könnten – wie sie ja auch für die Neuaufnahme des Verfahrens verantwortlich waren.

Was aus Meckenbeurer Sicht keine angenehmen Nachrichten wären. Nur: Auch unangenehme Nachrichten werden nicht besser, wenn sie auf die lange Bank geschoben werden und sich stattdessen Interpretationen und Andeutungen breit machen.

r.weiss@schwaebische.de

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