„So ein kleiner Ort, aber so ein großes Fest“

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Die Biberacher Bauchtanzgruppe Feri Fibri begeisterte die Zuschauer in Gensenweiler mit ihrem „tribal dance“, eine Art Bauchtanz
Die Biberacher Bauchtanzgruppe Feri Fibri begeisterte die Zuschauer in Gensenweiler mit ihrem „tribal dance“, eine Art Bauchtanz auf mittelalterliche Art. (Foto: Laura Hummler)
Schwäbische Zeitung
Laura Hummler

Der eine hämmert, der andere musiziert - Tanzgruppen bewegen ausgelassen ihre Körper für das Publikum. In Gensenweiler war am Samstag beim „Land und Leute“ einiges geboten. Rund 45 Marktstände schmückten an diesem Tag den kleinen Weiler. Das Fest ist mittlerweile seit zehn Jahren fester Bestandteil der Ortschaft.

Wenn das „Land und Leute“-Fest vor der Tür steht, hilft der ganze Ort zusammen. Jeder der rund 30 Einwohner leistet einen Beitrag zum guten Gelingen des Marktes. Lucia Fessler ist eine von ihnen. „Ich schaue immer schon zwei Wochen vor dem Fest danach, dass unser Örtchen dann auch vorzeigbar ist“, erzählt sie. Am Tag des Markts sorgt sie dafür, dass bei der Bewirtung alles glatt läuft.

Im Vordergrund aber steht der Markt. Andreas Kaupp ist als Händler seit dem ersten Mal dabei – und kommt jedes Jahr wieder. Eigentlich wohnt er im nördlichen Schwarzwald, ist aber mit seinem Stand gerne in der Gegend. Ihm gefällt besonders das Familiäre am Markt und er bewundert, wie gut die Organisation innerhalb des Dorfes funktioniert. „Wenn ich etwas brauche, kann ich mich jederzeit an jemanden wenden“, freut er sich. Beim seinem ersten Besuch habe er den kleinen Weiler noch gar nicht finden können. „Da hatte ich noch kein Navi. Ein Einwohner hat mich dann letztendlich in Bad Schussenried aufgesammelt“, erzählt er. Seither habe er aber nie mehr Probleme gehabt, die Ortschaft zu finden. An seinem Stand gibt es alles rund um Bürsten, von Ziegen- bis Rosshaar.

Wie auch an vielen anderen Ständen wird Knapps Ware vor Ort hergestellt. Die potenziellen Käufer sollen schließlich sehen, wie alles selbst gemacht wird. Familien mit Kinder bescherte der Markt einige sorgenfreie Stunden: „Hier fahren keine Autos herum, man kann die Kinder ganz beruhigt springen lassen“, freut sich Hubert Baur aus Winterstettendorf. Er passt mittlerweile schon auf seine Enkel auf, seine Kinder sind nun als Helfer eingespannt.

Früher haben sie selbst noch auf dem Markt gespielt und die Kinderbetreuung von Streichelzoo bis hin zur Märchenstunde genossen. Hubert Baur kommt jedes Jahr gerne nach Gensenweiler, nicht zuletzt aufgrund der besonderen Angebote auf dem Markt. „Für mich gleicht das Ganze hier immer einer großen Familienfeier, man trifft so viele Bekannte. Und wer einmal kommt,der kommt immer wieder“, sagt er.

Diese Aussage bestätigt auch Georg Binder, er war in diesem Jahr zum ersten Mal dabei. Seinen Stand schmückten zahlreiche Jagdtrophäen. Er ist von dem Markt begeistert: „So ein kleiner Weiler, aber so ein großes Fest. Das ist schon gigantisch.“ Bunt machte den Markt außerdem das Programm: Zahlreiche Musiker, wie etwa Harmonika- oder Harfenspieler sorgten für tradtitionelle Klänge, Volks- und Bauchtanzgruppen boten den Zuschauern etwas fürs Auge.

Aufgrund des eher kühlen, bewölkten Wetters zog man besser eine Kleidungsschicht mehr drüber, als gewohnt. An den traditionell hohen Besucherzahlen habe das allerdings nichts geändert, erzählt Tanja Bläschke, Organisatorin. Sie habe sich am Samstagmorgen schon sputen müssen, um sich noch einen Teil des heißbegehrten Schwarzwälder Brotes zu sichern. Manche kämen extra deswegen auf den Markt und die Schlange sei immer lang, erzählt Bläschke. „Manchmal höre ich Leute schon am Eingang sagen, dass sie Angst haben, kein Brot mehr zu bekommen.“

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