SIM-Karte zum DSL-Vertrag: Interessante Zusatzangebote

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Deutsche Presse-Agentur

Es ist ein bisschen wie auf dem Basar: Wer einen DSL-Anschluss sucht, wird von den konkurrierenden Anbietern mit allerlei Rabatten gelockt. Oben drauf gibt es meistens einen schicken WLAN-Router - und manchmal auch eine SIM-Karte fürs Handy.

„Die SIM-Karten sollten jedoch nicht der Grund sein, sich für den einen oder anderen DSL-Provider zu entscheiden“, sagt Bettina Seute vom Telekommunikationsportal „teltarif.de“ in Berlin. Sie könnten aber ein günstiges Zusatzangebot sein.

Arcor zum Beispiel erhebt pro SIM-Karte eine einmalige Einrichtungsgebühr von 9,95 Euro. Wer den „handy flat“-Tarif bucht, zahlt monatlich 5 Euro und kann unbegrenzt wahlweise ins deutsche Festnetz oder ins Mobilfunknetz von Vodafone telefonieren. Die Herausgabe der SIM-Karten koppelt Arcor an eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten.

Arcor bietet im Zusammenhang mit den SIM-Karten aber noch weitere Tarife an. Dazu zählt „handy 120“ für monatlich 19,95 Euro oder „Daten 50“ für 10 Euro pro Monat. „Handy 120“ enthält eine entsprechende Zahl von Gesprächsminuten und „Daten 50“ eben 50 Megabyte Datenvolumen beim mobilen Surfen oder E-Mailen. „Die SIM-Karten werden gut angenommen“, sagt Arcor-Sprecher Jens Wagner in Frankfurt/Main.

Wie bei Arcor gibt es für Kunden bei Alice bis zu vier SIM-Karten dazu - allerdings ohne Grundgebühr. Wahrend Arcor-Kunden für Handy-Gespräche das Vodafone-Netz nutzen, arbeitet Hansenet, das Unternehmen hinter Alice, mit O2 zusammen. Laut Hansenet-Sprecher Carsten Nillies in Hamburg haben bereits rund 20 Prozent der Kunden eine SIM-Karte von Alice.

Und die telefonieren damit wohl auch rege. Die anfängliche Befürchtung, dass die kostenlos verteilten Handy-Anschlüsse von den Kunden nur so mitgenommen würden, um damit vielleicht einmal im Notfall telefonieren zu können, habe sich nicht bestätigt, so Nillies.

Was das SIM-Karten-Angebot von Alice, Arcor und einigen anderen DSL-Providern attraktiv macht, ist die Möglichkeit, bestimmte Gespräche kostenlos führen zu können. Bei Alice zum Beispiel sind Gespräche zu allen anderen Alice-Kunden kostenlos - egal ob Festnetz oder mobil. 1&1 bietet seinen Kunden für 9,99 Euro im Monat eine SIM-Karte samt kostenloser Gespräche ins deutsche Festnetz und mobil zu anderen 1&1-Handy-Kunden. Versatel berechnet für die erste SIM-Karte monatlich 7,50 Euro, für jede weitere 9,98 Euro. Dafür sind Gespräche ins Festnetz sowie zu den sogenannten Partnerkarten, die etwa von Familienmitgliedern genutzt werden können, umsonst.

Und so könnten zum Beispiel Familien oder Firmen davon profitieren, wenn sie von ihrem DSL-Provider mehrere SIM-Karten für ihre Handys erhalten, erläutert die „Computerbild“. Relativ teuer seien die von den DSL-Providern angeboten Handy-Tarife jedoch, wenn es um Gespräche in fremde Mobilfunknetze geht.

Das bestätigt auch Bettina Seute: „Der Verbraucher sollte sich immer sein Telefonierverhalten genau ansehen, bevor er sich für ein Angebot entscheidet.“ Möglicherweise stellen sich dann eine einfache Prepaid-Karte oder gar ein Angebot mit subventioniertem Handy als günstiger heraus. Letzteres hängt aber auch stark vom Gerät ab.

Man sollte sich zum Beispiel auch fragen, ob es unbedingt ein Handy der allerneuesten Generation sein muss. Wenn es auch noch das ältere Handy tut, das man ohnehin schon besitzt, könnte die SIM-Karte vom DSL-Anbieter eine gute Wahl sein. Seute warnt davor, zu glauben, dass das für 1 Euro angebotene Handy vom Mobilfunk-Unternehmen automatisch günstig ist. Im Schnitt zahle der Kunde 10 Euro pro Monat drauf, wenn er ein Handy mit Vertrag ersteht. „Das sind dann über die gesamte Vertragslaufzeit auch 240 Euro.“

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