Auf Philip McRae müssen die Wild Wings länger verzichten. Der Schwenninger Angreifer hat sich gegen Augsburg am Knie verletzt.
Auf Philip McRae müssen die Wild Wings länger verzichten. Der Schwenninger Angreifer hat sich gegen Augsburg am Knie verletzt. (Foto: Dieter Reinhardt)
Heinz Wittmann

Nun also doch: Die Schwenninger Wild Wings reagieren auf den schwachen Start in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und wollen einen Topspieler verpflichten, der die Tormisere beenden soll. Mit den Spielen gegen die Eisbären Berlin (Freitag, 19.30 Uhr) und bei den Kölner Haien (Sonntag, 17.30 Uhr) geht es für die Mannschaft von Trainer Pat Cortina sportlich weiter.

In den nächsten Tagen will der SERC seine elfte und letzte Ausländerlizenz vergeben. „Wir suchen einen Topspieler. Die Zeit ist gut. Viele Spieler, die es in Nordamerika zum Saisonstart nicht in die NHL-Teams geschafft haben, sind nun auf dem Markt. Das ist der Zeitpunkt, an dem auch Will Acton vor drei Jahren von Schwenningen verpflichtet wurde“, sagte Trainer Pat Cortina, der gegen Berlin wieder auf Verteidiger Jussi Timonen zurückgreifen kann. Auch Angreifer Rihards Bukarts steht wieder im Training. Ein Einsatz kommt für ihn am Wochenende aber noch zu früh. Stürmer Philip McRae fällt wegen einer Knieverletzung, die er sich gegen Augsburg (0:3) zugezogen hat, voraussichtlich vier Wochen aus.

Wahrscheinlich werden Wild Wings Stürmer verpflichten

Aktuell können die Wild Wings maximal sieben Ausländer einsetzen. Dass der Verein nach dem ersten Saisonspiel, beim einzigen Saisonsieg (3:2 nach Verlängerung gegen Nürnberg) verletzten sie Bukarts und Kalle Kaijomaa, nicht nachlegte, war vielleicht ein Versäumnis. Auch wenn Sportmanager Jürgen Rumrich dies bestreitet: „Damals hatten wir keinen Bedarf.“ Sechs sieglose und weitgehend torlose Spiele später sieht das etwas anders aus. Die Wild Wings lassen es zwar offen. Der neue Spieler soll nach Möglichkeit am nächsten Freitag, 12. Oktober, im Derby bei den Adlern Mannheim auflaufen. Weil die SERC-Verteidiger bis auf Mirko Sacher von der blauen Linie mit ihren Schüssen so gut wie keine Gefahr erzeugen, schließen die Wild Wings es auch nicht aus, einen schussstarken Abwehrmann, einen Blueliner, zu verpflichten. „Das wäre eine Option. Es ist aber wahrscheinlicher, dass wir einen Stürmer holen“, sagte Cortina.

SERC verändert nach Pleitenserie das Spielsystem

Unterdessen hat der Trainer das Spielsystem verändern lassen. „Wir sollen, indem wir den Puck hinten länger halten und das Spiel stoppen, genügend Energie für den durchdachten Angriff haben“, beschreibt Stürmer Marcel Kurth die Umstellung. Dies wurde im letzten Drittel bei der 1:2-Niederlage in Straubing bereits von den Wild Wings praktiziert. Dadurch wirkte das Spiel des SERC aber auch etwas passiv.

Kurth, Cortina und Rumrich sind sich sicher, dass sie auf dem richtigen Weg sind. „Einstellung, Struktur, System, Kampfgeist – alles stimmt bei uns. Was uns fehlt, sind die Tore. Da spielt auch das mangelnde Selbstvertrauen, wenn du nicht triffst, eine große Rolle“, sagt der SERC-Manager. „Wie stark unsere Mannschaft ist, wird sie noch zeigen, wenn sie komplett ist“, sagt Cortina. Gegen die Eisbären Berlin wird Dustin Strahlmeier den Schwenninger Kasten hüten. Am Sonntag in Köln kommt Marco Wölfl zum Einsatz. „Wir treffen auf zwei Topgegner“, sagt Cortina – auch wenn die großen Namen des deutschen Eishockeys nicht so gut in die Saison gestartet sind.

Vizemeister Eisbären Berlin steht mit acht Punkten lediglich auf Rang zehn und hat schon 24 Gegentore, somit sogar eines mehr als Schwenningen, bekommen. Die Haie verloren zuletzt daheim gegen Straubing 0:1 und mussten sich in München 1:2 nach Verlängerung geschlagen geben. Die Domstädter, die momentan auf Platz acht liegen, sind noch nicht richtig eingespielt und die Neuzugänge haben noch nicht wie gewünscht eingeschlagen.

Für das Heimspiel gegen Berlin haben die Wild Wings bisher 2600 Karten verkauft. Schüler, Studenten und Auszubildende zahlen gegen die Eisbären auf den Stehplätzen im Vorverkauf nur zehn Euro. Bauer rechnet gegen Berlin mit „3200 bis 3500 Zuschauern“.

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