Serbiens Handballer dürfen Hotel nicht verlassen

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Deutsche Presse-Agentur

Serbiens Handballer dürfen bei der WM in Kroatien das Mannschaftshotel in Zadar aus Sicherheitsgründen nicht verlassen. „Das ist zu gefährlich“, erklärte Rückraumspieler Momir Ilic vom Bundesligisten VfL Gummersbach.

Bei ihrer zweiten Hauptrunden-Partie mussten die Serben auch auf ihre Fans verzichten. Noch am Vortag hatten rund 20 Anhänger im Spiel gegen Deutschland (35:35) ihre Mannschaft unterstützt. Allerdings waren die nach dem Krieg in Kroatien und besonders in Zadar ungeliebten Serben dabei von Sicherheitskräften und Polizisten von den anderen Zuschauern abgeschirmt. Das Abspielen der Nationalhymne wurde durch ein gellendes Pfeifkonzert gestört. Einige Zuschauer hatten sich demonstrativ wieder hingesetzt.

Zuvor war es in der Küstenstadt zu offenbar politisch motivierten Zwischenfällen gekommen, die die WM überschatteten. Unbekannte hatten in der Nacht zum Samstag einen mazedonischen Fan verprügelt und schwer verletzt, wie die Medien in der Hauptstadt Zagreb berichten.

Die Polizei habe auch einen anonymen Anruf erhalten, dass in einem der Stadthotels, in dem die Teilnehmermannschaften einquartiert sind, ein Sprengsatz versteckt sei. Die Drohung erwies sich als falsch. „Wir haben davon nichts mitbekommen. Wir haben davon nur gehört, weil Christian Schöne einen Anruf von seinem Göppinger Trainer Velimir Petkovic bekommen hat“, berichtete der deutsche Delegationsleiter Horst Bredemeier. Die deutsche Mannschaft wohnt ebenso wie alle anderen Teams im Hotel „Kolovare“. „Ich habe davon auch nichts gemerkt. Bei mir kam es mehr als Gerücht an“, sagte Bundestrainer Heiner Brand. Vor einem anderen Hotel wurde ein Auto mit serbischen Kennzeichen schwer beschädigt, meldete das Staatsfernsehen HRT.

Bereits am Freitag hatte der Bürgermeister der Gastgeberstadt die Entfernung aller Fahnen der WM-Teilnehmer angeordnet, weil sich darunter auch die Flagge Serbiens befand. Die serbische Nationalmannschaft spielte am Samstag in der Hauptrunde gegen Titelverteidiger Deutschland. Kroatische Extremisten hatten zuvor erklärt, dass die serbischen Fans „unerwünscht“ seien. Zadar gilt als eine der Hochburgen des extremen kroatischen Nationalismus.

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