Senioren wünschen sich Kurzstrecken-Ticket

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Olaf Winkler

Kurzstrecken werden teurer, Fahrpläne sind unübersichtlich, und verbilligte Tickets auf dem Mobiltelefon können nicht von jedem genutzt werden: Vieles am öffentlichen Nahverkehr und dem Beitritt zum Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (Bodo) ist für Senioren nicht geeignet. Der Kreisseniorenbeirat hat bei seiner Versammlung in Lindenberg nun Verbesserungsvorschläge genannt.

Eine Liste mit Wünschen wollen die Senioren in ihrer nächsten Sitzung erarbeiten. Sie fordern unter anderem ein spezielles Kurzstrecken-Ticket. Anne Hackert vom Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (Bodo) stellte dem Seniorenbeirat das seit Anfang des Jahres auch im Landkreis Lindau geltende Bodo-Tarifkonzept vor. Und schnell kam eine intensive Diskussion in Gang. So wollte Beiratsvorsitzender Bert Schädler (Röthenbach) wissen, was sich denn konkret verbessert habe.

Mit Blick auf die Senioren verwies Hackert vor allem auf die „Abo mobil 63“-Karte, die Senioren für rund 44 Euro im Monat das Fahren im gesamten Tarifbereich zwischen Oberstaufen, Überlingen, Bad Saulgau und Leutkirch ermögliche – und damit auch in Richtung Lindau, Ravensburg und Friedrichshafen. Allerdings räumte Hackert ein: „Kurzstrecken sind teurer geworden.“ Fährt ein Bewohner des Seniorenzentrums St. Martin in Lindenberg ein oder zwei Stationen mit dem Bus in die Stadtmitte, kostet ihn das hin und zurück 4,40 Euro. Schließt er sich einer fünfköpfigen Gruppe an und fährt bis nach Meersburg, dann muss er für Hin- und Rückfahrt nur 3,32 Euro bezahlen.

Der öffentliche Personennahverkehr habe für Senioren eine besondere Bedeutung, stellte der Leiter des Seniorenzentrums St. Martin, Johann Schaule, fest. Verbilligte Tickets über das Mobiltelefon zu kaufen, sei „für ältere Menschen nicht praktikabel“.

Maria Straub (Opfenbach) beklagte, dass die Fahrpläne gerade für ältere Menschen oft nicht verständlich seien. Sie wünscht sich eine Filterfunktion, die nur Verbindungen von einem speziellen Ort aus zeigen. „Mancher kapituliert vor den großen Tabellen.“ Solche „Aushang-Fahrpläne“ seien geplant, antwortete Anne Hackert. Aktuell gibt es sie noch nicht. Jedermann könne sich einen solchen Fahrplan aber aus der elektronischen Fahrplan-Auskunft heraus ausdrucken.

Eine Kooperation von Bodo mit dem Landbus in Vorarlberg wünscht sich Renate Wiedemann (Scheidegg). Ansonsten müsste man beim Umsteigen in Scheidegg einen neuen Fahrschein lösen. Dafür trete auch Scheideggs Bürgermeister Ulrich Pfanner ein, informierte die stellvertretende Landrätin Margret Mader.

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