Die Mutter der Maus ist tot - Isolde Schmitt-Menzel gestorben

Sie ist die unbekannte Mutter der Maus: Isolde Schmitt-Menzel ist Grafikerin und zeichnete vor gut 40 Jahren im Auftrag des WD
Isolde Schmitt-Menzel ist im Alter von 92 Jahren gestorben. (Foto: Jan Woitas)
Schwäbische.de
Digital-Redakteur

Nur wenige kennen ihren Namen, aber alle kennen ihre Maus. Isolde Schmitt-Menzel war die Schöpferin der kleinen orangen Maus, die unzähligen Kindern und Generationen seit über 50 Jahren immer am Sonntagmorgen allerhand Dinge erklärt, von denen wir sonst nichts verstehen würden. 

Nun ist die Schafferin und "Mutter der Maus" gestorben. Das wurde heute, am Samstag, über die Social-Media-Kanäle der "Sendung mit der Maus" bekannt.

Schmitt-Menzel wurde 92 Jahre alt. 1930 in Eisenach geboren starb die Künstlerin bereits am 4. September im Kreis ihrer Familie in Frankfurt am Main, wie der WDR in einer Pressemitteilung bekannt gab. 

Isolde Schmitt-Menzel entwickelte aus ihrer Buchillustration „Die Maus im Laden“ im Auftrag des WDR die Maus, die 1971 erstmals in „Die Sendung mit der Maus“ im Fernsehen zu sehen war. Sie prägte den originellen und fantasievollen Charakter der Maus durch die ersten rund 100 von ihr kreierten Maus-Spots.

WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn: „Ohne Isolde Schmitt-Menzel und ihre große Kreativität hätte unsere orangefarbene Maus, die heute immer noch Sinnbild für kluges und unterhaltsames Kinderangebot ist, nicht das Licht der Welt erblickt. Dafür sind wir Frau Schmitt-Menzel sehr dankbar.“

„Ich war für fantastische und verrückte Sachen.“

Sie studierte Buch- und Schriftgrafik sowie Freie Keramik in Halle. Sie illustrierte rund 35 Bücher, fertigte Skulpturen aus Bronze und Keramik. Ende der 1960er Jahre zeichnete sie erstmals Bildergeschichten für den Hessischen Rundfunk und wenig später für den Westdeutschen Rundfunk. Sie lebte und arbeitete lange als freischaffende Künstlerin in Texas und Südfrankreich und hatte in Deutschland regelmäßig Ausstellungen.

In einem Interview, das sie zum 40. Geburtstag der Maus gab, erinnerte sich Isolde Schmitt-Menzel an die Geburtsstunde der Maus: Der WDR hatte sie angefragt, „Die Geschichte von der Maus im Laden“ der Autorin Ursula Wölfel zu illustrieren: „Das war genau nicht mein Metier, eine graue Maus. Ich war für fantastische und verrückte Sachen. Da hab‘ ich gedacht: Die Mäuse kriegen auf jeden Fall alle eine andere Farbe als grau. Und die Hauptmaus war orange, mit braunen Ohren, Armen und Beinen.“ Warum orange? „Die Maus ist nicht rot, die ist nicht gelb. Gelb steht ja für Intelligenz. Und Rot ist Energie. Die zwei Sachen zusammen in meiner Maus war mein Bestreben, denn ich bin genauso.“

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Persönliche Vorschläge für Sie