Selbst „Zizou“ schwärmt von Ribéry

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Deutsche Presse-Agentur

„Wir wollten ihm und seiner Frau zeigen, dass wir happy sind. Wir haben einen Spieler geholt, der wie kein anderer den FC Bayern in der Öffentlichkeit repräsentiert. Wann hat es das je gegeben, dass 70 000 Menschen aufstehen, wenn er den Platz verlässt, weil er fast immer überragend ist?“, begründete Manager Hoeneß das ungewöhnliche Mittagessen. Der Liebling der Bayern-Fans steht aber auch in der Heimat, in der er erstmals seit seinem Wechsel zum FC Bayern in der Champions League wieder als Vereinsfußballer auftreten darf, hoch im Kurs: Zum zweiten Mal nacheinander wurde er dort zum „Fußballer des Jahres“ gekürt.

„Es freut mich sehr, dass ich diese Trophäe erneut gewinnen konnte“, sagte Ribéry, der seinen Freund und „Èquipe Tricolore“- Kollegen Karim Benzema von Königsklassen-Gegner Olympique Lyon auf den zweiten Platz verwies. In der Heimat und in Deutschland ist er damit die Nummer 1; in Europa als 16. dagegen (noch) nur ein kleines Licht. Er hätte „Besseres“ verdient, meinte der einstige Fußball- Künstler Zinedine Zidane. „Franck ist einfach großartig, herausragend. Er springt mir in die Augen. Mit allem was er tut“, pries der 98er Weltmeister seinen hocherfreuten Nachfolger: „Ich fühle mich geschmeichelt, dass Zizou so etwas gesagt hat. Er war sehr, sehr groß als Spieler und ist es als Mensch.“

Selten hat die Bundesliga so einen unumstrittenen Star gehabt wie Ribéry. Seine Antritte sind gefürchtet, seine Geniestreiche können Spiele entscheiden, seine Spielfreude reißt jeden mit - und sein verletzungsbedingtes Fehlen zu Saisonbeginn hemmte die Bayern. „Es kommt nicht von ungefähr, dass wir seit seiner Rückkehr und seinem besseren körperlichen Zustand richtig Fahrt aufgenommen haben“, lobte Trainer Jürgen Klinsmann das Herzstück im Spiel. „Franck ist kreativ, sehr hungrig, das überträgt sich auf seine Mitspieler. Aber wir geben ihm auch ein Umfeld, in dem er sich wohl fühlt und in dem er auf Höchstleistungen kommen kann.“ Sowie eine linke Seite mit den Spielgefährten Philipp Lahm und Zé Roberto, die für Franz Beckenbauer das „beste ist, was es gibt auf der Welt“.

Um künftig aber auch bei den Fußball-Wahlen zu den besten der Welt zu zählen, sind für Champions-League-Neuling Ribéry Erfolge in der Königsklasse unabdingbar. Je besser der Vize-Weltmeister von 2006 dort aber wird, desto größer werden auch Begehrlichkeiten der Konkurrenz. „Franck Ribéry hat einen Vertrag bis mindestens 2011 - er ist unverkäuflich. Es gibt keine Summe der Welt, die uns da auch nur eine Sekunde überlagen lassen könnte“, baute Rummenigge schon einmal vor. Hoeneß kündigte gar an, wohl in den nächsten sechs bis zwölf Monaten über eine vorzeitige Verlängerung mit dem Berater des Vaters von zwei Töchtern reden zu wollen. Vor ein paar Jahren schuftete der kleine Mann aus Boulogne-sur-Mer wegen der Pleite eines Clubs noch als Straßenarbeiter, jetzt ist der Millionär einer der gefragtesten Fußballer der Welt.

Franck Ribéry, der beim Abschlusstraining in Lyon in froschgrünen statt in den zuletzt hochgehypten rosafarbenen Schuhen kickte, verzückt überall. In dieser Woche auch die FC-Bayern-Familie in der Manege des Circus Krone. Wobei das nichts Neues für die Mannschaft war. „Mit Franck in der Kabine haben wir bei Bayern die ganze Zeit Zirkus“, verriet Mitspieler Hamit Altintop über den Filou.

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