Seit 49 Jahren geht es in die Luft

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Markus Schmucker und Christian Kloker mit ihren Modellflugzeugen.
Markus Schmucker und Christian Kloker mit ihren Modellflugzeugen. (Foto: SZ- hog)
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Beim Tag des Modellflugzeugs der Modellflugzeugfreunde Munderkingen-Ehingen kamen trotz leichter Regenneigung viele Interessenten, um den aktiven Vereinsmitgliedern über die Schulter zu schauen. Steuerungsgeräte, Flugzeuge und ein Helikopter waren im Einsatz, spannende Flugübungen faszinierten die Gäste.

Frank Kräutle aus Dächingen ist Beisitzer im Vorstand der Modellflugzeugfreunde. Sein Herz schlägt insbesondere für Helikopter. Mitgebracht hat er seinen Align T-Rex700 Nitro Pro. Dieser fliegt noch mit Treibstoff, die meisten Modellflugzeuge werden heute mit Akku betrieben. Beim Heli tritt zum Geräusch der Rotoren mit einem Durchmesser von 1,6 Metern noch das Summen des Motors hinzu, wenn dieser nur anspringen würde. Einige technische Überredungskünste später steht der Heli in der Luft, und dreht rasch seine Runden. „Wir müssen unsere Maschinen selbst reinigen und warten“, sagt Schriftführer Markus Schmucker, und zeigt stolz seine 25 Jahre alte Commander, die aus Glasfaser, Holz und Lack besteht. Daneben präsentiert Jugendwart Christian Kloker seine graue CAP-21L mit einer Tragflächenspannweite von über zwei Metern. „Heute werden die Maschinen meist aus superleichtem „Elapor“ hergestellt, verraten die Experten.

Seit 49 Jahren gibt es die Modellflugzeugfreunde Munderkingen-Ehingen, die bei Neuburg ein Fluggelände gepachtet haben, an dessen Rand auch ein kleines Vereinsheim steht. 60 Mitglieder aus einem Umkreis von rund 30 Kilometern treffen sich jeden Samstag und jeden Dienstag ab 14 Uhr auf dem Fluggelände, das sie mit elektrisch betriebenen Fluggeräten immer nutzen können, Flugzeuge mit Motor dürfen von 14 Uhr bis eine Stunde vor Sonnenuntergang fliegen.

„Das geht ganzjährig“ betont Markus Schmucker, der sich freut, dass in der Donauhalle Munderkingen im Winter Hallenfliegen möglich ist, immer am Sonntagvormittag, wenn die Halle ansonsten ungenutzt ist. „Für 230 Euro bekommt man im Internet ein gutes Flugzeug, ab 300 Euro kann man die Fernbedienung kaufen, ein Heli kosten 1000 Euro aufwärts“, wissen die Experten. „In Leutkirch gibt es noch einen Händler“, ergänzt Schmucker, der sich über neue Vereinsmitglieder freuen würde, insbesondere über weibliche. Am 14. Juli ab 14 Uhr ist in Neuburg Schnupperfliegen angesagt, zu dem Schmucker jetzt schon alle Interessenten einlädt. www.modellflugfreunde.de lautet die Adresse des Vereins im Internet. 2020 wird es anlässlich des 50. Bestehens ein Freundschaftsfliegen geben, zu dem die Nachbarvereine eingeladen sind.

Nachdem Frank Kräutle seinen Heli sicher gelandet hat, startet ein Flugzeug auf einen zehnminütigen Flug, und stellt sich dabei auch auf den Kopf. „Unsere Modelle erreichen Geschwindigkeiten bis über 250 Stundenkilometer und können so weit fliegen, wie man sie optisch verfolgen kann, auch in die Höhe, also bestimmt 300 Meter und mehr“, sagt Markus Schmucker. Dann kümmert er sich um eine Maschine, die über die Solarpanels auf dem Dach geladen wurde, und hofft, dass der Regen sich in Grenzen hält, damit die Flugfreude weiterhin grenzenlos ist. „Für 100 Euro im Jahr bekommt man die Vereinsmitgliedschaft einschließlich der Versicherung“, so Schmucker, der betont, dass das Hobby absolut finanzierbar ist, und auch ein geselliges Hobby sein kann, nicht zuletzt aufgrund vieler Besuche von Flugschauen anderer Vereine.

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