Sechs rein, vier raus: Löw setzt auf Bewährtes

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Deutsche Presse-Agentur

Sechs Spieler kehren zurück, vier sind draußen: Joachim Löw verzichtet vor dem heißen Qualifikations-Doppelpack gegen EM-Überraschung Russland und Wales zwar auf Experimente, heizt aber zugleich den Konkurrenzkampf kräftig an.

In Michael Ballack und drei weiteren Europameisterschafts-Finalisten wollen etablierte Kräfte auf dem Weg zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Südafrika 2010 ihre Stammplätze in der deutschen Nationalelf zurück. Dazu rutschten mit dem von einer Schulterverletzung genesenen Leverkusener Torhüter René Adler und dem Schalker Kämpfer Jermaine Jones zwei weitere Akteure in das 22-köpfige Aufgebot für die WM-Ausscheidungsspiele am 11. Oktober gegen Russland und vier Tage später gegen Wales, die zuletzt nicht dabei waren, aber große Ambitionen haben.

Dafür wurden Christoph Metzelder, der von Löw die angekündigte Pause erhält, Marko Marin (zur U 21), Andreas Hinkel (Oberschenkel-Blessur) und Christian Pander nicht berücksichtigt, die noch zu den Spielen in Liechtenstein (6:0) und Finnland (3:3) vor einem Monat eingeladen waren. Löw weiß, dass sich sein Team schon in Dortmund gegen die starken Russen, die sich im Sommer in Österreich und der Schweiz mit erfrischendem Offensivfußball enormen Respekt erspielt haben, keinen Ausrutscher erlauben darf. Die „Sbornaja“ hat nach einem 2:1 gegen selbstbewusste Waliser, die am 15. Oktober in Mönchengladbach als nächster DFB-Gegner warten, in der WM-Gruppe 4 noch eine weiße Weste. Und nur der Gruppen-Erste bucht direkt das WM- Ticket nach Südafrika.

Für die Torhüter-Position holt der Bundestrainer neben der bisherigen Nummer-1-Lösung Robert Enke den genesenen René Adler und Herausforderer Tim Wiese. „Das Comeback von René Adler kommt sicher nicht überraschend. Und Tim Wiese hat ebenfalls eine neue Chance verdient, da er bisher bei uns einen guten Eindruck hinterlassen hat“, kommentierte Löw die Entscheidung, die nach dem Treffen der Nationalmannschaft am 7. August in Düsseldorf für eine kämpferische Stimmung unter den drei Keepern sorgen dürfte. „Wir sind letztmals in diesem Jahr für längere Zeit zusammen. Da bietet es sich an, dass wir drei Torleute dabei haben“, betonte Löw. Insgesamt holt er vor der Russland-Partie wieder 18 Spieler in den Kader, die bei der EURO 2008 zum DFB-Aufgebot gezählt hatten.

EM-Stammkraft Metzelder, zuletzt schon zum DFB-Bankdrücker degradiert, ist dieses Mal nicht mehr dabei. Der 28-Jährige soll in den kommenden zwei Wochen „intensiv bei Real Madrid trainieren und sich dort anbieten“, erklärte Löw und verwies auf die fehlende Spielpraxis bei Metzelder. Seit einer Fußsohlen-Verletzung am Ende des vergangenen Jahres ist Metzelder in Madrid nur noch zweite oder gar dritte Wahl. Der Bundestrainer macht seinem Abwehrchef außer Dienst jedoch Mut: „Wir hatten ein gutes Gespräch und er spielt in unseren Planungen weiterhin eine wichtige Rolle.“ Die Pause für Metzelder sei auch deshalb sinnvoll, „weil wir mit Per Mertesacker, Heiko Westermann und Serdar Tasci drei gute Alternativen für die beiden Innenverteidiger-Positionen haben“, unterstrich Löw.

Das voraussichtliche deutsche Aufgebot:

Tor: Robert Enke (Hannover 96), Rene Adler (Bayer Leverkusen), Tim Wiese (Werder Bremen)

Abwehr: Clemens Fritz (Werder Bremen), Arne Friedrich (Hertha BSC), Marcell Jansen (Hamburger SV), Philipp Lahm (FC Bayern München), Per Mertesacker (Werder Bremen), Serdar Tasci (VfB Stuttgart), Heiko Westermann (FC Schalke 04)

Mittelfeld: Michael Ballack (FC Chelsea London), Torsten Frings (Werder Bremen), Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart), Jermaine Jones (FC Schalke 04), Simon Rolfes (Bayer 04 Leverkusen), Bastian Schweinsteiger (FC Bayern München), Piotr Trochowski (Hamburger SV)

Angriff: Mario Gomez (VfB Stuttgart), Patrick Helmes (Bayer 04 Leverkusen), Miroslav Klose (FC Bayern München), Kevin Kuranyi (FC Schalke 04), Lukas Podolski (FC Bayern München)

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