Schwierige Fragen im Vorstellungsgespräch stellen

Lesedauer: 4 Min
Vorstellungsgespräch
Vorstellungsgespräch (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung

Berlin (dpa/tmn) - Das Vorstellungsgespräch für den neuen Job ist eine heikle Sache. Doch auch Fragen, die zunächst kritisch erscheinen, dürfen gestellt werden. Es kommt nur darauf an, wie man fragt.

Entwicklungsmöglichkeiten

In einem Vorstellungsgespräch ist es nicht tabu, nach Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen zu fragen. „Ganz im Gegenteil“, sagt der Karriereberater Thomas Rübel aus Berlin. „Das macht vielmehr einen interessierten Eindruck.“ Denn der Bewerber zeige damit, dass er bereit sei, sich über das übliche Maß hinaus zu engagieren.

Allerdings sollten Bewerber aufpassen, dass beim Personaler nicht der Eindruck entsteht, dass der Kandidat eigentlich eine andere als die ausgeschriebene Stelle haben möchte. „Das ist immer ein schmaler Grad“, sagt der Experte. Reagiert der andere unwirsch auf die Frage nach den Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen, könne der Bewerber immer noch sagen, er habe eigentlich das Weiterbildungsangebot in der Firma gemeint.

Konkurrenz

Bewerber dürfen sich am Ende eines Vorstellungsgesprächs ruhig nach der Konkurrenz erkundigen. „Da spricht nichts dagegen“, sagt die Karriereberaterin Svenja Hofert aus Hamburg. „Im Gegenteil, es hilft, die eigenen Chancen besser einzuschätzen.“ Allerdings sollten Bewerber darauf achten, nicht zu neugierig zu sein und nachzuhaken, wenn das Gegenüber ausweichende Antworten gibt. Denn das wirke dann schnell aufdringlich. Völlig in Ordnung sei es aber, zu sagen: „Und mit wem führen sie sonst noch Gespräche, wenn ich fragen darf?“

Kein Spontanbesuch

Bewerber sollten in einem großen Unternehmen nicht spontan und ungefragt vorbeikommen. „Das ist eher unüblich und wird nicht gern gesehen“, sagt Thomas Rübel. Denn es bringe den Betriebsablauf völlig durcheinander. Die Chancen auf einen Job erhöhten sich durch eine solche Aktion bei den meisten Bewerbern kaum. Denn meist würden sie erst gar nicht bis zu der zuständigen Person vorgelassen. Daher sollte man sich Sätze wie „Wissen Sie, ich war grad' in der Nähe und dachte, ich schaue mal vorbei“ eher sparen.

Was in großen Unternehmen jedoch ein Tabu sei, könne in kleineren Betrieben durchaus von Vorteil sein. „In einem kleinen Handwerksbetrieb hat ein Bewerber eine realistische Chance, auf den Chef zu treffen“, sagt Rübel. Macht man bei dem Spontanbesuch einen sympathischen und kompetenten Eindruck, könnten sich die Chancen auf den Job durchaus erhöhen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen