Schutz mit Lifestyle-Touch: Neue Helme für die Piste

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Deutsche Presse-Agentur

Es gibt Skihelme mit Pandamuster und Fellbezug, und wer es nicht zu albern findet, kann sich auch ein Modell im Design einer Wassermelone auf den Kopf setzen.

Helme gehören inzwischen zur Standardausrüstung im Wintersport: Kaum ein Hersteller, der keinen im Programm hat. Vom Aufbau unterscheiden sich die Helme kaum - es sind Details, die Modelle zu etwas Besonderem machen. Wer genau vergleicht, freut sich über Extras wie verstellbaren Ohrenschützern oder einem besonders geringen Gewicht.

Standardmäßig werden zwei Helmtypen angeboten: Die sogenannten Duo-Shell-Modelle bestehen aus zwei Schalen und stammen aus dem Ski-Rennlauf. Neuer ist die „In-Molding-Technologie“, bei der die harte Außenschale und das Dämmmaterial nicht punktweise verklebt sind, sondern eine Einheit bilden, erläutert die „Initiative Sicher im Schnee“ aus Heilbronn. Diese Helme sind in der Regel leichter.

Ein guter Helm muss ein Belüftungssystem haben und sich individuell an den Kopf anpassen lassen, rät die Initiative, hinter der unter anderem der Deutsche Skiverband steht. Dabei liegen die Unterschiede im Detail. Da Snowboarder und Skifahrer im Funpark weder schwitzen noch frieren sollen, hat zum Beispiel der Hersteller Carrera seine Fun-Sport-Helme mit einer in zwölf Stufen einstellbaren Belüftung ausgestattet. Alpina aus Friedberg (Bayern) wirbt damit, dass der Helm „Bonfire“ über ein integriertes Lüftungssystem zwischen Innen- und Außenschale verfügt. Mit einem Schieber vorne an der Oberseite lasse sich das System auch mit Handschuhen regulieren.

Bei pfeifendem Wind in den Bergen frieren schnell die Ohren, viele Helme verfügen daher über variable Ohrschützer. Bei Rennhelmen sind sie meist hart, bei Freizeithelmen weich. Dainese setzt auf eine Mischform: Hartpads, die aber in sich flexibel sind. Head hat für seine Helme höhenverstellbare Ohrpads entwickelt: Sie sollen auch eine gute Geräuschwahrnehmung garantieren, so der Hersteller.

Damit ein Helm Schutz bietet, muss er fest am Kopf sitzen. Er sollte aber auch bequem sein. Die Hersteller versuchen, dies durch ein geringes Gewicht und variable Passformen zu erreichen. Das Modell „Uvision“ von Uvex etwa lässt sich stufenlos auf die Kopfform einstellen und ist an der Stirn mit einer Softeinlage ausgestattet, die sich ebenfalls anpasst. Rossignol versucht, die Größenprobleme durch Züge zwischen dem Nacken- und dem Seitenteil zu lösen. Über sie soll der Helm zusammengezogen oder vergrößert werden können.

Mit dem geringen Gewicht ihrer Modelle werben mehrere Anbieter: Atomic behauptet, den leichtesten „Duo-Shell-Helm“ auf dem Markt zu haben. Head bezeichnet sein Modell „Cloe“ als besonders leichten Helm. Und R.E.D. setzt zusätzlich auf schmale Formen: Viele Kunden störten sich daran, dass der Helm den Kopf so groß macht.

Um sich von der Masse abzuheben, bieten die Hersteller auch besondere Ausstattungen an: Bei Giro etwa lässt sich die Skibrille mit einem Magnet am Helm befestigen. Carrera integriert in seine Kinderhelme Leuchtdioden, damit die Kleinen im Nebel nicht verloren gehen. Uvex hat Helme mit Fellbezug im Programm und Nutcase Modelle mit Kleeblättern - damit fällt man auf der Piste garantiert auf.

Nach einem schweren Sturz muss der Skihelm ausgetauscht werden. Denn durch die Energieaufnahme verformt sich das Material, oder es bilden sich winzige Risse. Dann bietet der Helm keinen optimalen Schutz mehr, erläutert die „Initiative Sicher im Schnee“. Und auch ohne Sturz sollte der Helm nach drei bis fünf Jahren ausgetauscht werden, rät die Stiftung Warentest in Berlin. Durch die UV-Strahlung im Gebirge verliere die Helmschale mit der Zeit an Schutzwirkung.

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