Schulterklopfer sind keine Lösung

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Johannes Böhler

Ein ungewohnter Anblick: Bürgerinitiativenvertreter und Kommunalpolitiker in harmonischer Eintracht. Grundsätzlich kann man es Parteien mit Interessenkonflikten nur hoch anrechnen, wenn sie nach Jahren der Auseinandersetzung nicht nur zu einem professionellen und konstruktiven Miteinander gefunden haben, sondern sogar zu einem fast partnerschaftlichen Verhältnis. Bei allem Schulterklopfen wäre es aber vermessen, letzteres aus planungspraktischen Gründen für alle künftigen Auseinandersetzungen zwischen Bürgern und ihren Repräsentanten vorauszusetzen. Auch wenn es dadurch länger dauert: In einer Demokratie muss man auch weiterhin kräftig streiten dürfen. Und auch gewählte Vertreter müssen während ihrer Amtszeit die Kritik ihrer Wähler berücksichtigen. Bei der nächsten Wahl kann es nämlich schon zu spät sein, ein berechtigtes Interesse zu schützen. Auch lassen sich manche Fragen nicht auf eine Gleichung mit einer für das Gemeinwohl einzig richtigen Lösung reduzieren, sondern müssen auf ideeller Ebene beantwortet werden. Umgeht man aus Bequemlichkeit die Auseinandersetzung, schwindet der Glaube an die Demokratie.

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