Schulschikanen: Rollenspiele mit dem Kind helfen

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Deutsche Presse-Agentur

Wird ein Kind in der Schule schikaniert, sollten Eltern gemeinsam mit ihm üben, wie es sich richtig dagegen wehren kann. Das riet Sybille Wanders von der Initiative „Starke Kids sind fair“ auf der Bildungsmesse Didacta (10.-14. Februar) in Hannover.

Dabei gehe es zum einen darum, bei körperlichen Auseinandersetzungen die passende Reaktion zu zeigen. Aber auch verbale Schlagfertigkeit lasse sich gemeinsam üben. „Um solche Situationen zu meistern ist es ganz wichtig, dass man dann einen flotten Spruch draufhat und sich verbal zur Wehr setzen kann.“

Werden Kinder etwa in der Schule als „Fettsack“ gehänselt, sollten Eltern mit ihnen ein Rollenspiel veranstalten: Vater oder Mutter schlüpfen in die Rolle eines Mitschülers und rufen immer wieder „Fettsack, Fettsack!“ - natürlich nur, um zu üben, wie Kinder solche Bemerkungen gekonnt überhören. Auch könnten sie als Sparringspartner ihrer Kinder mit ihnen ausprobieren, was eine passende Reaktion auf eine Beleidigung wie „Hurensohn“ wäre. Bestenfalls fällt dem Kind dann schließlich selbst eine passende Antwort ein - etwa diese: „Nein, meine Mama ist Sekretärin.“

Wichtig sei auch, dass Kinder lernen, klar und bestimmt „Nein“ zu Störenfrieden zu sagen und sich nicht in die Opferrolle drängen zu lassen, sagte Wanders. „Das hat viel mit Körpersprache zu tun - da heißt es also: Brust raus und dem anderen in die Augen gucken, wenn er einem blöd kommt.“

Bei handgreiflichen Auseinandersetzungen helfe eine „Stopp-Regel“ in drei Stufen, erläuterte Wanders. „Zuerst sage ich als Kind selbst: 'Lass mich, ich will das nicht!'“ Als zweiten Schritt sollten Kinder damit drohen, den Lehrer zu holen. Und wenn der andere dann immer noch keine Ruhe gibt, müssten sie genau das als dritten Schritt auch tun - und dürften nicht etwa klein beigeben.

Laut Wanders gibt es zwei Typen von Kindern, die besonders leicht Probleme mit Raufbolden auf dem Schulhof bekommen. „Das sind zum einen die schüchternen, und zum anderen die Provokateure, die sich mit Streithähnen anlegen, indem sie sie zum Beispiel beschimpfen.“ In beiden Fällen seien die Eltern gefragt, die Initiative zu ergreifen, wenn ihr Kind verheult oder mit einem blauen Fleck nach Hause kommt. Denn Kinder, die regelmäßig schikaniert oder systematisch gemobbt werden, seien davon oft so eingeschüchtert, dass sie ihren Eltern nichts davon erzählen.

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