Schuljahr im Ausland trotz Finanzkrise gefragt

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Deutsche Presse-Agentur

Der Trend zum Schuljahr im Ausland ist trotz Finanzkrise ungebrochen. Viele Eltern verzichteten eher auf ein Auto, als ihrem Kind den Austausch zu verwehren, berichtete Michael Eckstein von der Bürgerstiftung Region Ahrensburg.

Eckstein rechnet nach dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Barack Obama sogar mit steigender Nachfrage nach USA-Aufenthalten. „Nachdem es in den vergangenen Jahren eine gewisse Zurückhaltung gab und viele Jugendliche lieber in andere Länder ausgewichen sind, könnte es jetzt wieder chic werden, in die USA zu gehen“, vermutet Eckstein. Seine Organisation bietet regelmäßig Messen zum Thema Schüleraustausch an.

Die Berliner Autorin Sylvia Schill dagegen berichtet, bei vielen Anbietern von Austauschprogrammen sei die Zahl der Buchungen drastisch zurückgegangen. „Dort sind die Buchungen im Dezember um bis zu 30 Prozent zurückgegangen, obwohl der Dezember sonst der Umsatz stärkste Monat ist. Viele Anbieter führen das auf die Wirtschaftskrise und die daraus resultierende finanzielle Unsicherheit“, sagte Schill, die seit fast zehn Jahren einen jährlich aktualisierten Ratgeber zum Thema Schüleraustausch mit den USA herausgibt. Ein Schuljahr im Ausland kostet nach den von ihr ermittelten Angaben einschließlich Taschengeld zwischen 10 000 und 15 000 Euro. Viele Organisationen bieten jedoch Stipendien in unterschiedlicher Höhe an.

Die Pressesprecherin von „Youth for Understanding“, Wiebke Bretting, sieht dagegen eher die Verkürzung der Schulzeit an Gymnasien als Grund für den Rückgang. „Immer, wenn ein Bundesland die Zeit bis zum Abitur von neun auf acht Jahre verkürzt, führt das bei uns zu einem signifikanten Rückgang der Anmeldungen“, sagte Bretting. Auch Eckstein vermutet, dass hierin der Grund für die Zurückhaltung liegt. „Viele Schüler und Eltern verschieben den Auslandsaufenthalt dann lieber auf die Zeit nach dem Abitur“, sagte er.

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