Schulgewalt: Schülerstreitschlichter können helfen

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Deutsche Presse-Agentur

Schulische Gewalt kann reduziert werden, wenn in der Schule eine Gemeinschaft entsteht. Ein Baustein dafür seien Schülerstreitschlichter, die Konflikte unter Ihresgleichen manchmal besser lösen können als Lehrer. „Die Streitschlichtung ist jedenfalls ein Puzzleteil auf dem Weg zur gewaltfreien Schule“, sagte Sozialpädagoge Daniel Lattorf aus Oldenburg.

Durch die Ausbildung zum Streitschlichter würden Schüler für den Umgang miteinander sensibel gemacht. Für das Amt werden sie nicht nach ihren schulischen Leistungen ausgewählt. „Gerade Schüler, die selbst vermeintlich als auffällig gelten, können in problematischen Fällen gut vermitteln“, sagt Lattorf. Bevor es zu Gewalteskalationen kommt, sollen die Schüler mit ihren Problemen freiwillig zur Streitschlichtung kommen. Das ist nicht immer ganz einfach umzusetzen, wie der Sozialpädagoge einräumt: „Gerade ältere Schüler klären die Probleme unter sich, zumal reden oft als "uncool" gilt.“

Daher müsse es an der Schule mehr Informationsangebote zur Streitschlichtung geben. „Auch Lehrer müssen begreifen, dass sie einige Fälle an die Streitschlichter abgeben können.“ Auch wenn das Projekt einmal nicht so gut anläuft, sollten es die Schulen durchziehen. „Der Anspruch an die Streitschlichter soll ja auch nicht sein, die komplette Gewaltbereitschaft zu verhindern“, so der Pädagoge. Aber das Schlichten fördere die Schulgemeinschaft. Und die sei es letztlich, die nachhaltig am Gewaltpotenzial etwas ändern kann.

„Theater- und Basketball-AGs, Kochkurse - das stärkt den Zusammenhalt und gleichzeitig die Teamfähigkeit“, sagt Lattorf. Zudem sorgten solche Angebote für eine sinnvolle außerschulische Beschäftigung der Jugendlichen, die dadurch weniger auf „blöde Ideen“ kommen: „Wer Spaß an schulischen Aktivitäten hat, schaut auch besser hin, wenn es Probleme gibt.“

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