Schulabgänger beginnen oft zu spät Lehrstellensuche

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Deutsche Presse-Agentur

Wer in diesem Jahr die Schule beendet und im Herbst eine Ausbildung machen will, sollte sich mit der Lehrstellensuche beeilen. Viele Bewerber unterschätzen nach Ansicht einer Expertin die Vorlaufzeiten.

In gefragten Ausbildungsberufen wie dem Bankkaufmann seien die Stellen für dieses Jahr in der Regel schon besetzt, sagte Uta Kredig-Beil von der Bundesagentur für Arbeit auf der Bildungsmesse Didacta (noch bis 14. Februar) in Hannover. „Da muss man sich eigentlich mit dem jetzigen Halbjahreszeugnis für einen Platz im Jahr 2010 bewerben.“

Wer jetzt erst mit der Suche beginnt, sollte flexibel sein und neben seinem Wunschberuf auch ähnliche Berufe in Betracht ziehen, riet Kredig-Beil. „Wer zum Beispiel anstatt Bankkaufmann auch Großhandelskaufmann in Erwägung zieht, hat deutlich bessere Chancen.“ Auch sei es sinnvoll, nicht nur in der Nähe des eigenen Wohnortes zu suchen. „Gerade in etwas selteneren Ausbildungsberufen wie Schneider findet man sonst nichts, da muss man schon bundesweit gucken.“ Können sich Auszubildende eine Wohnung oder ein Zimmer außerhalb ihres Elternhauses nicht leisten, könnten sie eine Beihilfe für die Wohnkosten beantragen.

Wichtig sei vor allem, dass Schulabgänger bei der Lehrstellensuche selbst aktiv werden - zum Beispiel, indem sie vorab ein Praktikum in einem Betrieb absolvieren, der als Ausbilder infrage kommt. „Und man darf auch nicht zu schüchtern sein: Manchmal muss man richtig nerven und immer wieder nachfragen, dann klappt es irgendwann“, sagte Kredig-Beil.

Derzeit mache sich die Wirtschaftskrise noch nicht so sehr auf dem Ausbildungsmarkt bemerkbar. Daher seien die Chancen für Schulabgänger, im Herbst eine Lehrstelle zu finden, nicht so schlecht, wie mancher vielleicht befürchte. Auch entlaste es den Lehrstellenmarkt, dass in diesem Jahr weniger Schulabgänger erwartet werden als 2008. Künftig dürfte es für Schulabgänger auf Lehrstellensuche aber enger als bislang werden, meint Kredig-Beil. Denn wegen der doppelten Abiturjahrgänge bewerben sich in den kommenden Jahren in vielen Bundesländern gleich zwei Abschlussjahrgänge auf einmal.

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