Schritt für Schritt zum virtuellen Bankschalter

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Deutsche Presse-Agentur

Fast die Hälfte der Internet-Nutzer traut sich nicht ans Online-Banking heran. Dabei lässt sich nicht nur der Gang in die Filiale sparen - auch Gebühren lassen sich vermindern. Und kompliziert ist die Verwaltung über den heimischen Rechner auch nicht.

Dass man nicht nur Bequemlichkeit gewinnt, sondern auch eine Menge Zeit und Geld sparen kann, sei vielen Skeptikern bisher nicht klar, sagt die Finanzberaterin Stefanie Kühn aus Grafing bei München. Bei Überweisungen oder Aktienkäufen über das Internet entfallen oder minimieren sich häufig die Gebühren, die Filialbanken in unterschiedlicher Höhe dafür beanspruchen.

Viele Kunden fühlen sich aber nicht gut genug über den Verlauf beim Online-Banking informiert, sagt Stefanie Kühn, die zu dem Thema einen Ratgeber geschrieben hat. Dabei ist das Grundsätzliche schnell erklärt: Wer bei seiner Hausbank die Einrichtung eines virtuellen Bankschalters beantragt oder bei einer reinen Direktbank ein Konto hat, öffnet zunächst die Internetseite des Kreditinstituts. Dort findet sich in der Regel auf der Startseite ein Feld, auf dem sich der Kunde mit einem Passwort einloggen kann - so gelangt er auf einen verschlüsselten Teil der Seite.

Sebastian Spooren vom Institut für Internet-Sicherheit an der Fachhochschule Gelsenkirchen weist darauf hin, dass jeder Nutzer selbst kontrollieren kann, ob die Verbindung an dieser Stelle sicher ist: „Man erkennt das an dem 's' hinter dem 'http' in der Adresszeile“, erklärt er - die Adresse beginnt also mit „https“ statt „http“. Je nachdem, nach welchem Verfahren das Kreditinstitut die Bankgeschäfte über das Internet abwickelt, gibt es dann mehrere Möglichkeiten, wie es weiter geht.

Am weitesten verbreitet ist derzeit das „PIN/TAN-Verfahren“, sagt Kerstin Altendorf vom Bundesverband deutscher Banken. Hinter dem Kürzel „PIN“ verbirgt sich die „Persönliche Identifikationsnummer“, also eine Zahlenabfolge oder ein Passwort, mit dem Kunden ihren virtuellen Bankschalter betreten. Um von dort aus in wenigen Minuten Überweisungen zu tätigen oder Wertpapiere zu kaufen, müssen sie aber auch im Besitz einer „TAN“ sein, einer „Transaktionsnummer“.

Früher bekamen Online-Bankkunden dazu eine lange Liste mit vielen TANs. „Heute geht der Trend zur iTAN“, sagt Kerstin Altendorf. Der Unterschied liegt im 'i': Dabei sind die einzelnen Transaktionsnummern „indexiert“, also wiederum mit einer Nummer versehen. Für jede Überweisung wird der Kunde aufgefordert, eine ganz bestimmte Nummer von der Liste einzugeben, um den Auftrag freizugeben. Das sei sicherer als früher.

Noch sicherer sei das mTAN-Verfahren, sagt Spooren. Dabei werde für jeden Vorgang individuell eine TAN per SMS an die Mobilfunknummer des Kontoinhabers gesendet. Dass andere an diese Zahlenfolge gelangen, ist laut Spooren „sehr unwahrscheinlich und schwierig“. Auch beim eTAN-Verfahren wird für jeden Vorgang eine Nummer eigens erzeugt. Wer sich an die Sicherheitsrichtlinien seiner Bank hält, hat laut Altendorf also in der Regel keinen Grund, Online-Banking unsicherer einzustufen als herkömmliche Bankgeschäfte in der Filiale.

Literatur: Stefanie Kühn, Online-Banking leicht gemacht, Books on Demand, ISBN-13: 978-3837041316, 7,95 Euro

Sicherheitshinweise zum Online-Banking: www.bankenverband.de

Für ein sicheres Online-Banking ist es wichtig, „dass man über den Sicherheitszustand des jeweiligen PCs informiert ist, von dem aus man die virtuellen Bankgeschäfte erledigt“, sagt die Finanzberaterin Stefanie Kühn. Die drei Sicherheitskomponenten Firewall, Virenscanner und die Sicherheitseinstellungen des PC-eigenen Browsers sollten immer auf dem aktuellen Stand sein. Dann stehe einem sicheren, virtuellen Bankleben nichts im Wege.

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