Schreib-Träume und Lebens-Wirklichkeiten

Lesedauer: 3 Min
Gudrun Schäfer-Burmeister
Gudrun Schäfer-Burmeister (Foto: gsb)
Schwäbische Zeitung

Name: Gudrun Schäfer-Burmeister (gsb)

Alter: 59

Aufgabe: Freie Mitarbeiterin

Schreiben heißt, sich selber lesen, meint Max Frisch. Über sich selbst in der Zeitung zu lesen, ist für Journalisten eher die Ausnahme. Über sich selbst zu schreiben und sich damit den Lesern vorzustellen, eine besondere Herausforderung.

Das Schreiben für die Zeitung bereichert mein Leben seit 2015. Seit Oktober 2018 arbeite ich als freie Journalistin für die „Schwäbische Zeitung“, davor für den Südkurier. Ich berichte am liebsten über Kulturveranstaltungen und gesellschaftspolitische Themen.

Mit dem Lesen eröffnete sich für mich als Oberteuringer Grundschulkind eine Tür zur Welt. Die Faszination für Sprache wuchs in den prägenden und diskussionsfreudigen Jahren am Karl-Maybach-Gymnasium in Friedrichshafen. Den Bodensee behielt ich auch als Studentin an der Universität Konstanz im Blick, wo ich Geschichte, Soziologie und Romanistik studierte und in der Vielfalt des Miteinanders einer großen Kreuzlinger Wohngemeinschaft ein Zuhause fand. Mein Berufsziel wurde Journalistin oder eine Karriere im Verlagswesen.

Das Treffen auf die große Liebe würfelte alle Pläne durcheinander, bescherte mir einen Ehemann samt Umzug nach München. Bereichert um zwei süße Töchter, aber ohne unterstützendes Netz, zog es uns wieder westwärts und wir verpflanzten uns an den „Balkon zum Bodensee.“

Die Verwirklichung meiner Berufswünsche rückte in utopische Ferne. Als Inhaberin eines Museumshops und Buchhändlerin fand ich einen ideellen und wirtschaftlichen Kompromiss, der sich mit der Familienarbeit vereinbaren ließ.

Meinen Studienabschluss holte ich mit Mitte 40 in Konstanz nach und die Ausbildung zur Diplompädagogin für kreatives und biografisches Schreiben in Romanshorn mit Anfang 50 brachte mich meinem ursprünglichen Berufswunsch näher.

Zum gelungenen Start in den Tag gehört für mich seit jungen Jahren die Zeitungslektüre. Schreiben für die Tageszeitung impliziert, sorgfältig mit Themen und wertschätzend mit Menschen umzugehen. Zuzuhören, nachzufragen, zu recherchieren und ein Thema so zu beschreiben, dass sowohl Information als auch Eindruck der Veranstaltung bei den Lesern ankommen, ist dabei mein Ziel.

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