Schneller Parkplätze und Ziele finden

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Jeanette Löschberger

Isny - Der Isnyer Gemeinderat hat am Montagabend ein Basiskonzept für ein neues Park- und Besucherleitsystem verabschiedet. Klaus Hägele, Leiter des Ordnungsamts, stellte gemeinsam mit zwei Vertretern der „cima – Beratung + Mangement GmbH“ einen Designvorschlag für ein Beschilderungskonzept vor. Das Design der einzelnen Elemente berücksichtigt das seit den 1970er-Jahren verwendete Erscheinungsbild Isnys des Grafikers Otl Aicher.

Die über die Jahre gewachsene Beschilderung in der Stadt weist 96 Ziele aus, daraus sollen 19 werden, erklärt Solveig Lüthje (cima). Neben der Vielzahl der Ziele, ist auch die Art der Beschilderung unterschiedlich. So finden sich Fahnen, Schilderbäume, Stelen, Schaukästen und Ortseingangsbanner in mannigfacher Ausführung und Design. Das „Isny Oval“, also der Kern der Innenstadt soll durch das ganzheitliche Leitsystem für Besucher einfacher erfahrbar gemacht werden. Wer über eine der fünf Einfallstraßen nach Isny komme, werde zunächst auf einen Parkplatz geleitet, erklärte Lüthje. Von dort aus werden die Besucher in die Innenstadt zu Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungsorten und anderen Zielen geleitet.

System soll Touristenströme gezielt lenken

Geschehen soll dies einerseits über große Tafeln an den Ortseingängen mit einer schematischen Darstellung der größeren, innenstadtnahen Parkflächen und von dort über Stelen und Schilder. Zwei digitale Stelen könnten mit der Internetseite www.isny.de belegt werden oder wechselnde Veranstaltungen und Ausstellungen anzeigen. Achim Gebhardt (cima) fasst das Konzept zusammen: Das seit April in einer Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Stadtverwaltung, der Isny Marketing GmbH und einer Designagentur erarbeitete Besucherleitsystem soll die Touristenströme gezielt lenken, einzelne Lagen in der Stadt stärken, das Isny Oval als Highlight herausheben und damit die touristische Infrastruktur verbessern.

Der letzte Einreichungstermin für eine mögliche Förderung über das Tourismusinfrastrukturprogramm des Landes laufe am Dienstag ab, daher sei ein Antrag bereits gestellt worden, erläutert Hägele, natürlich vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeinderats zu dem Konzept. Kostenpunkt der vorgestellten Maßnahmen: rund 198 000 Euro, die Fördermöglichkeit beträgt bis zu 50 Prozent.

Isnyer Räte loben den optischen Auftritt

Über alle Fraktionen hinweg loben die Isnyer Räte den optischen Auftritt. Miriam Mayer, Rainer Leuchtle und Claus Zengerle (alle FW) fehlt jedoch die Einbindung der Ortschaften und Natur um Isny herum. Einzig Neutrauchburg wurde wegen der dortigen Kliniken bei der Konzeption mit bedacht. Leuchtle bittet darum, im Zusammenhang mit Kliniken auch immer die Rehaklinik Überruh in Bolsternang zu benennen und miteinzubeziehen. Gebhardt (cima) erklärt, dass der Kern des Auftrags zunächst die Innenstadt gewesen sei, bei relevanten touristischen Zielen in den Ortschaften können diese problemlos in das modular aufgebaute Konzept mit eingebunden werden. Hägele beziffert diese Maßnahmen mit rund 15 000 Euro pro Ortschaft.

Peter Clement (SPD) und Alexander Sochor (CDU) fehlt die Integration einer Wegeführung für den Radverkehr, auch der Ausweis von Ladestationen für E-Bikes solle ausgeschildert sein. Edwin Stöckle (SPD) stört sich an einer Linie auf der Parkplatzübersicht, die parkplatzsuchende Autofahrer direkt über den Marktplatz lotst. Alexander Sochor (CDU) wiederum, begrüßte diese Wegeführung. Mit einer Änderung der Formulierung in der Beschlussvorlage verabschiedete der Gemeinderat das Basiskonzept einstimmig. Auf Antrag von Edwin Stöckle (SPD), solle es heißen, das Konzept werde „inhaltlich weiterentwickelt“, nicht „umgesetzt“.

Bürgermeister Rainer Magenreuter gab dem Projektteam mit auf dem Weg, er freue sich auf die „erste Stele, wir haben ihnen jetzt noch ein paar Hausaufgaben gegeben“.

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