Schnell zu lernen: Der Trendsport Speed Badminton

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Deutsche Presse-Agentur

Es geht rasend schnell: Die beiden Spieler stehen sich in ihren Spielfeldhälften gegenüber, während sie den kleinen Ball mit hoher Geschwindigkeit hin und her schlagen.

Was auf den ersten Blick aussieht wie Federball in der flotten Variante, ist in Wirklichkeit eine neue Trendsportart, das sogenannte Speed Badminton. „Das Tolle daran ist, dass es unglaublich schnell ist, es kein störendes Netz in der Mitte gibt und vor allem super schnell zu erlernen ist“, sagt Christian Matthes aus Bautzen, der seit zweieinhalb Jahren dabei ist und als Mitbegründer der „Red Devils“ Jugendliche trainiert.

Speed Badminton ist eine relativ neue Sportart, die erst vor einigen Jahren von Bill Brandes erfunden wurde. Der ehemalige Seemann aus Berlin spielte schon seit langem gerne Federball. „Ich habe mich aber immer wieder geärgert, dass ich auf Schiffen und Wiesen nicht spielen konnte, weil der Wind den Ball schnell abgelenkt hat“, sagt der heute 56-Jährige.

Irgendwann reichte es dem Federballfan und er machte sich daran, Ball und Schläger nach seinen Vorstellungen zu entwickeln. 2000 ließ er seine Erfindungen professionell vermarkten. Die Schläger sind etwas kürzer und ovaler, deswegen kann man die Bälle mit Schwingbewegungen einfacher treffen.

Auch die Bälle, Speeder genannt, sind etwas kleiner und fast doppelt so schwer wie normale Badmintonbälle. Dadurch fliegen sie weiter und lassen sich nicht so leicht durch Wind ablenken. Außerdem haben sie an der Kappe kleine Mulden, weswegen sie deutlich schneller fliegen als normale Federbälle. Wer ordentlich zuschlägt, kann seinen Speed-Badminton-Ball laut Erfinder Brandes mit bis zu 290 Stundenkilometern durch die Luft sausenlassen.

Die Regeln sind relativ einfach, wie Spieler Daniel Gossen aus Berlin erklärt: „Das Spielfeld besteht aus zwei Quadraten von 5,5 mal 5,5 Metern, die jedoch 12,8 Meter auseinanderliegen“. „Landet der Ball außerhalb dieser Markierungen, also auch zwischen den beiden Feldern, gilt das als Aus“, sagt Gossen, der derzeit Platz Eins der deutschen und der europäischen Rangliste belegt. Ziel ist, so viele Punkte wie möglich zu machen. Ein Satz gilt als gewonnen, wenn man 16 Punkte erreicht hat. Normalerweise braucht man drei Gewinnsätze, um das Spiel für sich zu entscheiden.

„Da es ein sehr schnelles Spiel ist, kommt man schnell ins Schwitzen“, erzählt Gossen, der auch Vizepräsident des Deutschen Speed Badminton Verbandes ist. Für Anfänger eignet sich der Sport dennoch, weil die Bälle nicht in einem Netz hängen bleiben können und man nicht viele Vorkenntnisse braucht, um spielen zu können. „Man kann einfach drauflosschlagen - und der Ball fliegt mit ziemlicher Sicherheit in die andere Spielfeldhälfte“, sagt Gossen.

In Deutschland haben sich mehrere Vereine gegründet, darunter beispielsweise die „Red Devils“ in Bautzen und die „Gekkos“ in Berlin. Doch wer nicht in einen Club will, kann auch so anfangen. Außer etwas Kondition braucht man für den Start nur ein sogenanntes Starterset. Für rund 50 Euro gibt es dabei zwei Schläger und ein paar Speeder - und dann kann es auch schon mit dem Spielen losgehen.

Mehr über Speed Badminton: www.speedminton.de

Homepage von Bill Brandes: www.billbrandes.de

Homepage von Daniel Gossen: www.ditschi.com

Verein in Bautzen: www.reddevils-bautzen.de

Verein in Berlin: www.gekkos-berlin.de

Verein in Hamburg: www.elbspeeders.de

Verein in München: www.speedlights-muenchen.de

Speed Badminton wird meist in Hallen oder im Freien auf Wiesen gespielt. Doch es gibt auch noch andere Varianten: Beim sogenannten Blackminton beispielsweise spielt man im Dunkeln unter Schwarzlicht. „Dafür gibt es spezielle Bälle, die unter dem Einfluss von Schwarzlicht leuchten, damit man sie sieht“, erklärt Spieler Daniel Gossen. Außerdem gibt es verschiedene Freestyle-Varianten. Dabei stellen sich die Spieler in einen Park, an den Strand oder auf einen Parkplatz und schlagen sich die Bälle zu. „Man kann viel ausprobieren. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.“

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