Schnappschuss aus der Fotofalle: Wolf bei Sinsheim gesichtet

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Wolf
In der Region um Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) ist ein Wolf gesichtet worden. Das Tier war von einer Fotofalle aufgenommen worden. (Symbol-Bild) (Foto: Swen Pförtner / dpa)
Deutsche Presse-Agentur

In der Region um Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) ist ein Wolf gesichtet worden. Das Tier war von einer Fotofalle aufgenommen worden.

Die forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) habe die Echtheit der Aufnahme bestätigt, teilte das baden-württembergischen Umweltministerium am Freitag in Stuttgart mit.

Im Nordschwarzwald lebt bereits ein Wolf

Woher das Tier stammt, war zunächst unklar. Die Nutztierhalter wurden informiert und um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten.

Im Land, im Nordschwarzwald, lebt nach Angaben eines Ministeriumssprechers bereits ein Wolf mit dem Namen Gw852m.

Anfang Dezember haben das Bundesamt für Naturschutz und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) neue Zahlen zum Bestand herausgegeben. Brandenburg hat mit 41 Rudeln Sachsen als Wolfsland Nummer Eins abgelöst.

Dahinter rangieren Sachsen und Niedersachsen mit 22 und 21 Verbänden. Nach Angaben des Wolfsmonitorings in Niedersachsen sind dort mit Stand Dezember 2019 sogar 23 Rudel heimisch.

Ein Rudel besteht aus etwa acht Tieren - den Eltern und Nachkommen der letzten zwei Jahre.

Wölfe in elf Bundesländern

Erstmals wurden Wölfe in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein nachgewiesen - auch wenn es nur Einzelgänger sind. Elf Bundesländer sind jetzt Wolfsgebiet.

Nach dem Monitoring für das Wolfsjahr 2018/19 - es reicht vom 1. Mai eines Jahre bis zum 30. April des Folgejahres - gibt es neben 105 Rudeln noch 25 erfasste Wolfspaare sowie 13 sesshafte Einzelwölfe.

Beim vorhergehenden Monitoring waren es deutschlandweit 77 Rudel, 40 Paare und 3 Einzelwölfe.

Damit wird nur Panik verursacht.

Nabu- Wolfsexpertin Marie Neuwald

Der Deutsche Jagdverband beziffert die Zahl der Wölfe bundesweit in einer Hochrechnung als höher - aktuell auf rund 1300 Tiere - und prognostiziert für das kommende Frühjahr knapp 1800 der Räuber.

Der Naturschutzbund Deutschland hält die Zahlen der Jagdverbandes für übertrieben. „Damit wird nur Panik verursacht“, meint Nabu- Wolfsexpertin Marie Neuwald.

Die Jäger hätten offenbar alle Jährlinge und Welpen mitgezählt, die aber keine Relevanz für die tatsächliche Anzahl hätten: „Die Sterblichkeit von Welpen liegt im ersten Lebensjahr bei 50 Prozent, da gibt es viel Fluktuation.“

Es werde noch eine Weile dauern, bis die hiesige Population den sogenannten günstigen Erhaltungszustand von 1000 adulten Tieren habe.

Der Wolf hat sich wieder in Deutschland angesiedelt. Für manche ist das ein Grund zu Freude, andere sehen Gefahren in seiner Rückkehr. Wo ist der Wolf in Deutschland zuhause? Und welche Probleme sind damit verbunden?
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