Über die Biene wurde 2019 viel gestritten. Imker und Landwirte im Landkreis sind sich jedoch überraschend einig.
Über die Biene wurde 2019 viel gestritten. Imker und Landwirte im Landkreis sind sich jedoch überraschend einig. (Foto: Symbol: Thomas Warnack/DPA)
Schwäbische Zeitung

Wegen der kalten und nassen Witterungslage im Frühjahr 2019 sind die Erträge der Imker rund 50 Prozent unter dem Jahresdurchschnitt gelegen. Dennoch sind die Bienen mit einem soliden Bestand in die Winterruhe 2019/2020 gegangen, sodass die Imker zufrieden sind.

Das berichteten die Imkervereinigungen Wangen, Aulendorf und Ravensburg bei der Bienenschutzausschusssitzung des Kreises, geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamts Ravensburg hervor. Hierzu hatte das Landwirtschaftsamt Ravensburg Praktiker aus Imkerei und Landwirtschaft sowie Vertreter der Wissenschaft eingeladen.

Die Amerikanische Faulbrut (AFB), welche ganze Bienenvölker dahinrafft, war zentrales Thema der Veranstaltung. AFB ist eine Seuche, die über Bakteriensporen durch kontaminierten Honig, Arbeitsmaterialien sowie von Biene zu Biene übertragen wird. Die Imker in Wangen fürchten durch Ausbrüche der AFB im Raum Lindau um die Gesundheit ihrer Bienenvölker.

Die Bienensachverständige des Kreises Ravensburg, Susanne Kehrle-Gehring, erläuterte in ihrem Vortrag Handlungs- und Vorsichtsanweisungen im Umgang mit AFB. So dürfen keine Bienen aus Sperrgebieten zugekauft oder verbracht werden, Arbeitsutensilien sind regelmäßig zu reinigen und desinfizieren, und es ist kein betriebsfremder Honig zu verfüttern.

Laut Remigius Binder, Bienenfachberater des RP Tübingen, kann nur durch systematische Aufklärung der Imker die AFB weiter eingedämmt werden.

Dass die Bienengesundheit den Landwirten im Landkreis am Herzen liegt, verdeutliche der Kauf eines neuen, innovativen Spritzsystems durch eine Gruppe von Landwirten der Region, heißt es in der Pressemitteilung. Einer der Landwirte berichtete über seine positiven Erfahrungen des bienenschonenden Spritzsystems in den Kulturen Raps, Mais und Sonderkulturen.

In der anschließenden Disskusion über das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ waren sich die Fachleute aus Imkerei und Landwirtschaft einig: „Unseren heimischen Honigbienen geht es gut!“ Für den Rückgang der Insektenarten sind nicht nur klimatische Ursachen, sondern auch die Luft- und Lichtverschmutzung in den Städten zu nennen. Nur eine sachliche Diskussion und Berücksichtigung aller Faktoren können zu einer wirksamen Strategie gegen den Artenschwund führen.

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