Schalke will HSV im Topspiel stoppen

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Deutsche Presse-Agentur

Die Wege der einstigen Fußball-Gefährten Martin Jol (Hamburger SV) und Fred Rutten (Schalke 04) könnten nach der Spitzenpartie des 8. Bundesliga-Spieltags auseinanderlaufen.

Während der HSV mit einem Sieg die Tabellenführung festigen und den Ruf als Titelanwärter forcieren würde, käme Rutten bei einer Niederlage im niederländischen Trainer-Duell auf Schalke langsam unter Druck. „Wir haben das Zeug, ganz oben mitzuspielen“, tönte HSV-Torjäger Mladen Petric vor dem Hit. Den Beweis dieser Qualität blieb Meister FC Bayern München, der seine Krise beim Karlsruher SC beenden und eine Aufholjagd starten will, bisher schuldig.

Anerkannt wird die Klasse der Hanseaten, die vier Punkte mehr auf dem Konto haben als die Königsblauen, von Schalke-Kapitän Marcelo Bordon. „Mit dieser Truppe haben sie sogar das Zeug, um Meister zu werden“, meinte der 32-Jährige, nicht ohne jedoch zu betonen: „Wir fahren dorthin, um drei Punkte zu holen.“ Einfach wird es nicht, da der HSV von den letzten sechs Bundesliga-Partien fünf gewann.

Im Blickpunkt stehen zwei Nationalspieler: Beim Gastgeber Piotr Trochowski nach seinem Länderspiel-Siegtor gegen Wales, „Flüchtling“ Kevin Kuranyi bei Schalke. Jubel um den einen, Schmährufe für den anderen? „Wir gehen davon aus, dass unsere Anhänger positiv auf die Leistung von Trochowski eingehen werden und sich nicht mit Kuranyi beschäftigen“, glaubt der HSV-Fanbeauftragte René Koch.

Weitere Häme will der FC Bayern vermeiden. „Der Respekt, den die anderen Teams vor uns haben, steht auf dem Spiel“, warnte Münchens Mittelfeldspieler Zé Roberto vor dem Zweikampf des Tabellen-Elften beim -Zwölften aus Karlsruhe. „Der HSV hat sieben Punkte Vorsprung“, stellte der Brasilianer fest. „Gegen den KSC fängt die Saison neu an.“ Nach dem schlechtesten Saisonstart seit Jahrzehnten empfängt der KSC den Liga-Giganten gelassener als normal. „Den Druck haben die, nicht wir“, frotzelte Abwehrspieler Stefano Celozzi.

Zwischen den Münchnern und der Tabellenspitze stehen aber auch noch Werder Bremen (6. Platz) und Borussia Dortmund (7.), die hinter Hoffenheim, Stuttgart, Leverkusen und Schalke auf der Lauer liegen. „In Bremen ist jeder Gegner Außenseiter, aber wir wollen etwas mitnehmen“, sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp vor dem Gastspiel an der Weser. Den wunden Punkt der Hanseaten hat er ausgemacht: Mit 16 Gegentoren haben die Norddeutschen die schlechteste Abwehr der Liga.

„Wir sind im Pokal gegen Dortmund unglücklich ausgeschieden. Diesmal wollen wir es besser machen“, hofft Vizeeuropameister Clemens Fritz. Dabei passt das Theater um Torsten Frings, der einen Rücktritt aus der Nationalelf erwägt, Werder-Coach Thomas Schaaf nicht. „Wir konzentrieren uns erstmal auf das Spiel gegen Dortmund“, so Schaaf.

Allesamt Auswärts-Aufgaben haben die drei unmittelbaren HSV- Verfolger zu meistern. 1899 Hoffenheim muss bei Hannover 96 antreten, das erstmals nach 75 Bundesliga-Spielen wieder ohne den verletzten Nationaltorwart Robert Enke spielt. Für ihn wird Debütant Florian Fromlowitz einspringen. Der VfB Stuttgart tritt bei Hertha BSC an. Die Berliner fuhren zuletzt in Leverkusen einen „Dreier“ ein.

Die Bayer-Werkself will das beim Tabellenvorletzten Eintracht Frankfurt wieder wettmachen. „Bei den Frankfurter läuft es nicht so gut, die werden nicht vor Selbstbewusstsein strotzen“, sagte Leverkusens Trainer Bruno Labbadia. Dagegen hofft die sieglose Eintracht, mit Rückkehrer Ioannis Amanatidis aus dem Liga-Keller zu kommen. „Es ist an der Zeit, die Negativserie zu beenden“, forderte der Kapitän. Sein Trainer Friedhelm Funkel bleibt trotz der prekären Lage weiter ruhig: „Druck verspüre ich nicht, nicht ein Prozent.“

Statistisch gesehen ist Arminia Bielefeld für den VfL Wolfsburg kein große Gefahr: Seit 19 Spielen konnten die Ostwestfalen auswärts nicht gewinnen. Das letzte Erfolgserlebnis hatte Bielefeld aber ausgerechnet in Wolfsburg: 3:1 gewann die Arminia am 11. August 2007 - bei Felix Magaths Debüt als Trainer der Niedersachsen.

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